Volltext: Kinder- und Haus-Märchen (Band 1)

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54.
Die  kluge  Else.
ES  war  ein  Mann,  der  hatte  eine  Tochter,  die  hie-  die
kluge  Else.  Als  sie  nun  erwachsen  war,  sprach  der  Vaterr
„wir  wollen  sie  heirathen  lassen."  „Ja,  sagte  die  Mutter,  wenn
nur  einer  käme,  der  sie  haben  wollte."  Endlich  kam  von  weither ­
  einer,  der  hieß  Hank  und  hielt  um  sie  an,  unter  der  Bedingung, ­
  daß  die  kluge  Else  auch  recht  gescheidt  wäre.  „O,  sprach
der  Vater,  die  hat  Zwirn  im  Kopf"  und  die  Mutter  sagte:  „ach,
die  sieht  den  Wind  auf  der  Gasse  laufen  und  hört  die  Fliegen
husten."  „Ja,  sprach  der  Hans,  wenn  sie  nicht  recht  gescheidt  ist,
so  Nehm  ich  sie  nicht."  AlS  sie  nun  zu  Lisch  saßen  und  gegessen
hatten,  sprach  die  Mutter:  „Else  geh  in  den  Keller  und  hol
Vier."  Da  nahm  die  Else  den  Krug  von  der  Wand,  ging  in
den  Keller  und  klappte  unterwegs  brav  mit  dem  Deckel,  damit
ihr  die  Zeit  ja  nicht  lang  würde.  Als  sie  unten  war,  holte  sie
ein  Stühlchen  und  stellte  es  vors  Faß,  damit  sie  sich  nicht  zu
bücken  brauchte  und  ihrem  Rücken  etwa  nicht  weh  thäte  und  unverhofften ­
  Schaden  nähme  Dann  that  sie  die  Kanne  vor  sich,
und  drehte  den  Hahn  auf  und  während  der  Zeit,  daß  das  Bier
hinein  lief,  wollte  sie  doch  ihre  Augen  nicht  müßig  lassen,  und
sah  oben  an  die  Wand  hinauf,  und  erblickte  nach  vielem  Hin-  und
Herschauen  eine  Kreuzhacke  gerade  über  sich,  welche  die  Maurer
da  aus  Versehen  hatten  stecken  lassen.  Da  fing  die  kluge  Else
an  zu  weinen  und  sprach:  „wenn  ich  den  Hans  kriege  und  wir
	        
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