Volltext: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

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König,  und  die  Zwölfe  standen  hinter  der  Thüre  und  horchten,
was  er  sagen  würde.  Wie  der  König  nun  fragte:  „wo  haben
meine  zwölf  Töchter  ihre  Schuhe  in  der  Nacht  vertanzt?"  antwortete ­
  er:  „mit  zwölf  Prinzen  in  einem  unterirdischen  Schloß,"
und  erzählte  alles  und  holte  die  Wahrzeichen  hervor.  Da  rief  der
Körnig  seine  Töchter  und  fragte  sie,  ob  der  Soldat  die  Wahrheit
gesagt  hätte,  und  da  sie  sahen,  daß  sie  verrathen  waren  und  Läugjicn
  nichts  half,  erzählten  sie  alles.  Darauf  fragte  ihn  der  König, ­
  welche  er  zur  Frau  haben  wollte?  Er  antwortete:  „ich
hin  nicht  mehr  jung,  so  gebt  mir  die  älteste.  "  Da  ward  noch  an
selbigem  Tage  die  Hochzeit  gehalten,  und  ihm  das  Reich  nach  des
Königs  Tode  versprochen;  aber  die  Prinzen  wurden  auf  so  viel
Tage  wieder  verwünscht,  als  sie  Nachte  mit  den  Zwölfen  getanzt
hatten.
i 34 .
D  i  e  sechs  Diener.
Vor  Zeiten  lebte  eine  alte  Königin,  die  war  eine  Zauberin
und  hatte  die  allerschönste  Tochter  unter  der  Sonne.  Sie  dachte
aber  nur  darauf,  wie  sie  die  Menschen  ins  Verderben  locken  könnte,
und  wenn  ein  Freier  kam,  so  sprach  sie,  wer  ihre  Tochter  habe»
wolle,  müsse  einen  Bund  (eine  Aufgabe)  lösen  oder  sterben.  Viele,
von  der  Schönheit  der  Jungfrau  verblendet,  wagten  es  wohl,
aber  sie  vollbrachten  nicht,  was  die  Alte  ihnen  auflegte,  und  dann
war  keine  Gnade,  sie  mußten  niederknien  und  das  Haupt  ward
	        
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