Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 3)

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hinein und erquickt sich einmal nach so großem Hunger. Dock 
als ihr Mann ui der bestimmten Zeit wiederkommt, wird eins 
von den Pferden der Verrather und sagt ihm, daß sie von 
den Weintrauben gegessen habe. Der wilde Mann gerath in 
Wuth, nimmt ein Messer und will sie todten, sie bittet ihn 
auf den Knieen um Schonung: der Hunger allein habe sie 
verführt. Endlich will er ihr für diesmal das Leben schen 
ken: "ich geh wieder auf sechs Jahre fort, spricht er, laß dir 
nichts zu Schulden kommen, sonst ists um dich geschehen, ick 
weiß alles, was du thust". Cannetella klagt laut über ihr 
Unglück, das sie als eine Züchtigung des Himmels betrachtet. 
Sie weint so, daß zwei Bächlein stets aus ihren Augen -ie- 
ßen und sie ganz mag->r wird. Es trägt sich zu, daß nach ei 
nigen Jahren der Kämmerer ihres Vaters vorbei geht, sie ruft 
ihn an, er erkennt sie nicht, bringt sie ober zu ihrem Vater 
heim. Dieser küßt sie tausendmal, gibt ihr zu essen und fragt 
sie nach ihrem Schicksal. Sie erzählt ihm, was ihr widerfah 
ren ist: "es ist mehr, spricht sie, als ein Mensch glaubt. Lieber 
Vater, ich gehe nicht mehr von deinen Füßen weg und will 
Ueber hier deine Magd, als anderwärts Königin seyn". In 
dessen kehrt der wilde Mann heim und die Pferde erzählen ihm 
die Flucht der Cannetella. Wüthend eilt er ihr nach, dem 
Palast des Königs gegenüber wohnt eine Alte, der gibt er 
hundert Ducaten, damit sie ihn in ihr Haus steigen und nach 
der Königstochter sehen läßt. Er erblickt wirklich Cannetella, 
wie sie sich die Haare kämmt. Diese, als wüßte ihr Herz die 
bevorstehende Gefahr, lauft zu ihrem Vater und bittet ihn, 
sie hinter sechs Thüren von Eisen zu verschließen, sonst sey sie 
verloren. Er gewährt ihr die Bitte und der Mann geht wie 
der zu der Alten, und sagt: "mache dir im königlichen Palast 
ein Geschäft und stecke dieses Blatt unbemerkt in die Betten 
der Königstochter". Sie läßt sich durch hundert Ducaten ge 
winnen und kaum steckt das Zauderblatt im Bett, so fällt je 
dermann im Palast in den tiefsten Scblaf, nur Cannetella 
bleibt wach. Seioravante bricht alle sechs Thüren ein, sie 
schreit, aber niemand hört es- wie er in der Schlafkammer 
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