Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

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sacae anklingen konnte) erschrecken? Gedrosien, Surrayvdai würden 
mahnen an die thrakischen Gaudae, in welchen wir nordische Gautar, 
wie in den Saken Sachsen, in den Daken Dänen wiederfinden, es 
kommt doch der Daken und Dänen namensgleichheit seltsam zu statten, 
dasz die indischen Asuren nach ihrer Stammutter Danu Dänavas heiszen 
(s. 734), Danu aber tochler des Dakschus ist (Bopps gloss. 167 a ), 
hier also beide formen wiederum neben einander stehn. Die geschichte 
der Skythen kann noch manchen hier einschlagenden räthseln gewachsen 
sein; hat nicht der name XveyyjxQayx in Lucians Alexander auffallend 
deutsches ansehn? fc.VOLt- in auSfy < L I Q% 
Doch ich darf nicht auf gegenstände zurückkommen, die im buche 
selbst mehrmals angeregt, lange nicht erschöpft wurden, es mag man 
chem zweifelhaft erscheinen, ob sie in diese geschichte überhaupt ge 
hören, deren begrif gleichwol von mir nirgend so eingeschränkt worden 
ist, dasz ich jenen weiten gesichtspunct von ihr auszuschlieszen brauchte, 
man kann sich von dreien aus eine geschichte der deutschen spräche 
behandelt denken. 
Im engsten sinn wäre sie nur auf das, was wir heule in Deutsch 
land herschende spräche nennen, auf die hochdeutsche angewiesen, 
deren gegenwärtige erscheinungcn sie nicht nur vollständig zur schau 
bringen, sondern auch, soweit die quellen reichen, aus allen frühem 
grundlagen erläutern würde, solch eine noch lange nicht einmal an 
gemessen begonnene, geschweige gelöste arbeit könnte nicht anders 
als zu bedeutenden ergebnissen führen, welchen sogar die enggesteckte, 
darum leichter zu erfüllende schranke zu statten käme. Es war längst 
mein vorsalz, die regcl neuhochdeutscher, d. h. der ganz in unsre 
gegenwart gerückten deutschen spräche vollständig und überall auf die 
geschichte gestützt hinzustellen, ich weiszaber nicht, ob es mir ver 
gönnt sein wird band an ein werk zu legen, das, wenn es gelänge, 
einer reinlich und scharf umrissenen Zeichnung grau in grau sich ver 
gleichen könnte. 
Höhere färbung empfangen würde eine geschichte der deutschen 
spräche, welche diesen ausdruck in seiner allgemein umfassenden be- 
deutung genommen, deren wir bedürfen, auf alle einzelnen zweige des 
groszen Stamms gerichtet wäre und sich dadurch hellere lichter, so 
wie stärkere schatten zu wege bringen könnte, aus der wechselseitigen 
Zuneigung oder dem abstand dieser deutschen sprachen müste ein le 
bendiges gemählde entspringen, das in streng enlworfnen und günstig 
beleuchteten gestalten jedes Verhältnis unserer sprachverastung über 
schauen liesze. nach solcher richtung hin ist meine grammalik ausge 
arbeitet , welche den übergroszen reichthum zu bewältigen angefangen 
hat, aber ihr ziel, je mehr sie ihm auch zu nahen wähnt, immer noch 
in ungemessene weite sich entrückt wahrnimmt. 
Wie nicht Sicherheit, allein fülle und gewicht der sprachgeselze 
durch aufnahme aller mundarten und dialecte in den kreis der Unter 
suchung sich steigern, musz es diese noch in höherm grade fördern, 
wenn auch die sprachen der uns benachbarten und urverwandten Völker
	        

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