Volltext: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
FRANKEN 
359 
lemaeus sivuQToepQcuaoi } auf ganz anderm boden, schon cpQayxoi 
heiszen; das ist besser als ein s. 199 herbeigeholtes präht*. 
Gleich den Sueven oder gothischen Balthen (s. 447) führen also 
die Franken den namen der freien; um so bedeutsamer klingt z. b. in 
der marchia ad Wirziburg das l frierö Franchönö erbi\ 
Es ist eine andere ableitung vorgeschlagen worden: aus goth. 
hramjan figere stamme fränkisches adchramire und (nach Wechsel zwi 
schen CH und PH s. 349) adframire, die mishandelte framea, das ags. 
diminutivum franca (für frameca), daher der name Franken**. 
Dasz mit ihm framea Zusammenhänge leuchtet mir sehr ein, und 514 
baarer angabe des Tacitus zufolge war es ein deutsches wort: rari 
gladiis, sagt er cap. 6, aut majoribus lanceis utuntur, hastas vel c ip- 
sorum vocabulo’ frameas gerunt angusto et brevi ferro, sed ita acri 
et ad usum habili, ut eodem telo, prout ratio poscit, vel cominus vel 
eminus pugnent, et eques quidem scuto frameaque contentus est. auszer- 
dem heiszt es cap. 11 frameas concutiunt, cap. 13 scuto frameaque 
ornare, cap. 14 cruentam victricemque frameam, cap. 18 scutum cum 
framea gladioque, cap. 24 inter gladios atque infestas frameas. zwi 
schen gladius und framea tritt deutlicher unterschied hervor, framea 
ist hasta oder minor lancea. weder in den annalen noch historien ^ TYleiji 
begegnet der ausdruck. n ., ]r 
kurz ^ Ku/Wtt 
et 
Auch keiner der älteren classiker beinahe gewährt ihn, nur 
vor Tacitus hatte Juvenal gesungen 13, 78 
per solis radios tarpejaque fulmina jurat, 
et Martis frameam et cirrhaei spicula vatis, 
welche stelle nachher eine bei Marc. Capelia 5, 425 
Gradivi frameam non ausus poscere 
im sinn hat. unter den telorum et jaculorum vocabulis bei Gellius 10, 
25 fehlen nicht frameae, catejae, rumpiae (vgl. oben s. 461); aber 
dasz die beiden folgenden kirchenväter den von Tacitus aufgestellten 
begrif des worts nicht mehr vor äugen hatten, zeigen ihre erklärun- 
gen. Augustinus epist. 120, 16. 140, 41. serm. 314, 4. 5 stellt 
framea mit gladius gleich, enarratio in ps. 9, 8 hat er diaholi frameae 
und in ps. 149, 12 frameae bis acutae in manibus eorum, framea für 
6, m. 
* überall erscheint Francus <pQayyos schon lautverschoben; urverwandtes P 
(wie noch heute die Litthauer Franzose durch Prancus ausdriicken) würde nur in 
der verderbten stelle der peutingerschen tafel Chamavi qui Elpranci aufzuweisen 
sein, wo gebessert werden musz: qui et Pranci, oder Franci. 
** Wackernagel bei Haupt 2, 558, vgl. Diut. 1, 330. Ducange s. v. adframire 
und adramire; Waitz sal. ges. 243. 256. 276 hat nur adramire adchramire ad- 
cramire achramire agramire. Bei Irmino erscheinen die eigennamen Frannus 68 b 
Framninga 248* Framnoldus 260 b Framhardus 216* Framengarius 12 b Framne- 
garius 225 b 234 b Framnoinus 63* Framoinus 34 b Frambertus 94* Framberta 29 * 
Framengildis 1* 12 b 37* Framnehildis 223 b Framnildis 162 b 269“ Frainneil- 
dis 272 b Framnedrudis 274* Framnetrudis 94* Framtrudis 26* 93 b Framen- 
gaudia93", deren einzelne sicher mit Hram oderHramn zusammenfallen dürften, 
z. b. Frannus Framningus mit Hrannus Hranningus, so dasz Framengaudia f. 
Chramnegaudia und ahd. Hramköza stände, Framnoldus = Chramnoaldus. 
inra-mpr 
Krei>cfe-i^e>v -
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.