Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 G 
HESSEN. TUBANTEN 
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altchattisohen c omne robur in pedite\ Vidsid im cod. exon. 320, 22 
nennt uns einen Hün als beherscher der Hätvere, von dem sonst nicht 
das geringste bekannt ist; man sieht dasz die hätverischen heldenge- 
schlechter noch lange unvergessen waren. Hygeläc war ein Geäta 
cyning, über scandinavische Geätas wallend, dem die sage des zehn 
ten jh. ungeheure grösze heilegt: Hugilaicus rex, qui imperavit Getis 
et a Francis occisus est, quem equus a duodecimo anno portare non 
potuit, cujus ossa in Rheni iluminis insula, ubi in oceanum prorum- 
pit, reservata sunt et de longinquo venientibus pro miraculo ostendun- 
tur (Haupt 5, 10. mythol. vorr. VII.) wie, hätten schon die Römer 
bei den Friesen von diesem helden gehört, was sie auf Hercules und 
dessen seulen im ocean anwandten? denn dasz der historische Chochi- 
laicus des sechsten jh. für einen solchen mythus nicht ausreicht, liegt 
am tage. 
Nicht genug, dasz die Chattuarier im belgischen Gallien fusz ge- 
faszt hatten, auch in den Vogesen scheint ein theil von ihnen, wie 
von den Chamaven (s. 530) niedergesessen, weil neben dem dortigen 
pagus Ammavorum auch ein pagus Attoariorum (Zeusz s. 582 — 584) 
aufgeführt wird, in diesen Attoariern will jedoch Ledebur (Bruct. 592 
s. 161) nachkommen der keltischen Aeduer wiederfinden, die neben 
den Lingonen wohnten. 
An dieser stelle gedenke ich noch der Tubanten, nicht weil ich 
im stände wäre bei ihnen den chattischen bezug aufzuweisen, sondern 
blosz weil sie örtlich neben Friesen, Bataven und Saliern auftreten und 
bis auf heute noch eine henennung dieses landstrichs ihren namen zu 
tragen scheint. Schon Cluver will die hei Straho s. 292 hinter Chat 
ten und Chattuariern aufgeführten 2ovßdrroi in Tovßuvxoi ändern 
(oben s. 580.) Tacitus läszt in der Germania die Tubanten unerwähnt, 
doch seine annalen haben zweimal anlasz sie zu nennen, 1, 51 hei 
des Germanicus zug gegen die Marsen im j. 14, wo Tanfana zerstört 
wurde, excivit, heiszt es, ea caedes ßructeros, Tubantes, Usipetes, 
saltusque per quos exercitui regressus, insedere. dann 13, 54. 55. 
56 wird berichtet, dasz zu Nerons zeit Friesen auf dem boden, des 
sen sich die Römer anmaszlen, vorgedrungen und zurückgeschlagen, 
hernach aber Ampsivarier eingezogen seien: Chamavorum quondam ea 
arva, mox Tubantum et post Usiporum fuisse. vergebens suchten die 
Ampsivarier hier der römischen macht widerstand zu leisten, sie mus- 
ten weichen und flüchteten rückwärts zu den Usipen und Tubanten: 
quorum terris exacti quum Chattos, dein Cheruscos pelissent errore 
longo hospites egeni, hosles in alio, quod juventutis erat caedunlur; 
imbellis aetas in praedam divisa est. Die Tubanten saszen also zwi 
schen Friesen, Chamaven, Bructerern und Usipeten, ohne zweifei auch 
Saliern und Bataven nah. Jener landstrich, dessen besitz streitig war 
und vielfach gewechselt halte, musz eben der römischen ansprüche we 
gen unfern dem Rhein und dem batavischen verbündeten gebiet gele 
gen haben. Noch die notitia dign. occidentis p. 18. 24 nennt Tuban- 
tes neben Salii, Batavi und Bructeri im römischen dienst, wie ist es
	        

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