Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
werden Iodar und nicht Iotar. Aber von den Teutonen, die auf der 
halbinsel wohnten, mag sich in Iütland leicht spur weisen lassen, wie 
in Dietmarsen (s. 639.) Nidudr, den die edda nach Schweden setzt 
(Niara drottinn Saem. 134. 135 wird aus Nerike gedeutet), berscht 
nach Vilk. saga cap. 21 in Jütland c j>ar sem Thiodi heitir 3 ; man meint 
zu Thy in Nordjütland, falls ein solcher name dort sich nicht wieder 
holte. in Biörns wb. ist Thiodi = Franconia angegeben nach der 
merkwürdigen stelle der Snorra edda s. 138, welche auch den 
Hialprekr d. i. Chilpericus, zu dem Reginn und Sigurdr gelangen, 
nach Thiodi setzt. Völs. saga cap. 12 heiszt aber Hialprekr könig 
von Dänemark. 
Rask vertheidigt eine andere, gleich unhaltbare ansicht, ihm sind 
die Jüten keine Teutonen, aber Gothen, Iotar sei nur eigne aussprache 738 
für Gotar; solche erweichung des G in J oder I ist doch der altn. 
mundart fremd, dasz in Ohtheres reise Gotland sowol für Jütland als 
die insei Gothland geschrieben steht, kann nach jenem ags. Geätas für 
Eolas nichts beweisen. Nach einer stelle im formäli der edda s. 14 
soll Iolland gleichviel sein mit Reidgotaland; wir werden aber nachher 
sehn, dasz diese letzte benennung, wenn auch einigemal auf Jütland 
eingeschränkt, sich viel weiter erstreckte und mit gröszerem recht dem 
festen lande zuerkannt werden musz. 
Mir scheinen die Jüten schon vor ankunft der Dänen im norden 
angesessen auf der halbinsel und gleich deren übrigen bewohnern 
deutschen Stamms, d. h. hier weder dänischen noch gothischen. die 
vorhin grammatisch bestimmte namensform Eudi findet in den Eudoses 
des Tacitus volle gewähr, welche ich schon s.*716 als goth. Iulusjös 
aufgestellt habe. Iutös und Iutusjös bezeichnen dasselbe volk. im 
ersten jh. aber wohnten die Eudoses noch zwischen Suardonen und 
Varinen am gestade der Ostsee, im verlauf des zweiten werden sie sich 
westwärs in die halbinsel gezogen haben; bei Ptolemaeus sind sie da 
als Oovvdovooi genannt, mit welchen ich s. 640 noch nicht aus- 
kommen konnte: man wird ’lovdovaoi EvÖovaoi bessern dürfen, wo 
mit auch Zeusz s. 152 einverstanden ist, der zugleich aus hss. des 
Orosius 6, 7 Caesars Sedusii (s. 496) für Edusii Eudusii hält, die 
sich neben den Haruden schon in Ariovists beer einfanden. Nach ver 
lauf der zeit, vielleicht erst im 5. 6 jh. mögen nun Dänen aus See 
land und Fühncn in die nördliche halbinsel eingebrochen sein und die 
Jüten überwältigt haben, deren alter name aufrecht blieb, obschon 
ihre spräche der dänischen wich, im ganzen mittelaller rechnete man 
also die Jüten schon zu den Dänen, Adam von Bremen (Pertz 9, 367) 
sagt: et prima quidem pars Daniae, quae Iudlant dicitur, ab Egdore 
in boream longitudine protenditur; und nochmals (9, 373): itaque 
primi ad ostium praedicti sinus habitant in australi ripa versus nos 
Dani, quos Iuddas (al. Viddas) appellant usque ad Sliam lacum. diese 
Schreibung Iudlant hält noch ganz den unverschobnen laut von Eudi 739 
und Eudoses. 
Gröszeres umfangs als der dänische volkstamm war der ihm nah- 
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