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SCHWACHE VERBA.
877 Uie grammatik empfindet ein bedilrfnis überall von der grundlage
jüngere zulhat, von dem ursprünglichen abgeleitetes, von dem
inneren äuszeres zu unterscheiden, wie mancherlei man auch mit diesen
Vorstellungen verbinde; es scheint zulässig und förderlich sie durch
den namen des starken und schwachen auszuzeichnen, das starke soll
gleichsam den typus angeben, das schwache die mittel, welche ihn,
wenn er sich abnützt, ergänzen und erweitern, nach unaufhaltbarem
vorschritt nimmt in der spräche das starke element ab, das
schwache zu.
Man darf schon von den vocalen A I U die starken laute, E und
0 die schwachen heiszen. in der flexionslehre tritt aber der gegensatz
noch lebhafter vor, und in der deutschen conjugation wie declinalion
scheint es unerläszlich eine schwache form der starken an seite
zu stellen.
Das starke verbum beruht auf ablaut und reduplication, welche,
wie wir sahen, eng in einander gewoben sind, der ablaut gieng mitten
in der wurzel selbst vor und die reduplication trat an ihre spitze.
Alle schwachen verba werden durch drei characteristische vocale abgeleitet
und bilden ihr praeteritum nur durch den hinten zutretenden,
mit jenen vocalen sich verschmelzenden eines hilfworts, welches seiner
878 natur nach nothwendig ein starkes gewesen sein musz. Während also
die starken verba unabgeleitet und ablautend sind, erscheinen die schwachen
abgeleitet und unablautend.
Die folgende Untersuchung hat sich zuerst auf die beschaffenhcit
jener vocale, dann auf die auxiliaren consonanten zu richten.
In den drei vocallauten offenbart sich wieder eine bedeutsame
Übereinkunft zwischen deutscher und lateinischer spräche, gerade wie
die gothische ableitung der schwachen form durch I, ü, AI, die ahd.
durch I, Ö, £, geschieht die lateinische durch I, Ä, £. cap. XXXII
lehrte aber, dasz lat. Ä dein goth. Ö entspricht und lat. £ aus OE