Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
VERSCHOBNES PRAETERITUM 
621 
IV äih 
äiht 
äih 
alhta 
alhtös 
alhta 
alhum 
alhuf) 
ai’hun 
alhlödum 
aihteduj) 
afhtödun 
vait 
vaist 
vait 
vissa 
vissös 
vissa 
vitum 
vituj) 
vitun 
vissödum 
vissßdu[> 
vissedun 
lais 
laist 
lais 
lista 
listßs 
lista 
lisum 
lisuj) 
lisun 
listödum 
listeduj) 
listedun 
V däug 
däuht 
däug 
daühta 
daühtes 
daühta 
dugum 
duguj) 
dugun 
daühtödum 
daühtöduj) 
daühtedun 
Hier beibt nun einiges über vocale und consonanten zu erörtern, in 895 
I III IV und V scheinen alle ablaute regelrecht, zwischen äi und al, 
äu und aü habe ich nach meiner theorie unterschieden, die huchstaben 
bei Ulfdas erbringen keinen beweis dafür, in III kann die anomalie 
keinen vocalwechsel, nur einförmiges ö zeigen, das ist in Ordnung. 
Desto auffallender sind die plurallaute der zweiten eonjugation, sowie 
der sich danach richtenden schwachen praelerita. warum heiszt es 
nicht skelum wie von stilan stelum, mßgum wie von ligan legum, mö- 
num wie von niman nömum? ja, was verursacht, dasz selbst magum 
von skulum munum abweicbt, uud gar nicht von neuem ablautet, son 
dern den vocal des sg. festhält? fehlerhaft sein kann er nicht, da 
auch die ahd. formen von der gewöhnlichen regel sich entfernen; das 
verhalten so uralter verba musz einer freiheit der ablaute zugeschrie 
ben werden, die ihrer eigentlichen, sich erst niedersetzenden Ordnung 
vorausgieng. sehen wir doch überhaupt die zweite eonjugation sich 
in zwei arten spalten, je nachdem schon I oder noch das alte U wal 
tet; die goth. spräche schützt das letztere vor liquiden im part. praes. 
stulans baurans numans, während sie vor mutis I setzt, es sei denn 
schon im praesens U enthalten, wie in trudan trudans. skal und man 
ziehen es selbst in den pl. praet., die muta in mag magum hat A vor 
sich, zu den vocalen in skulum munum magum stimmen auszer skulda 
munda mahta auch die uralten substantiva skula skuldö muns gamunds 
und mahts; ohne zweifei sind sie vollkommen organisch. 
Niemals zeigt eine goth. anomalie zweiter conj. E noch 0, doch 
mag hier gleich gesagt werden, dasz vom alls. farman sperno farmanst 
farman ein pl. farmuonun möglich scheint, nach dem praet. farmuon- 
stun Hel. 161, 7, wofür 81, 14 fälschlich farmunste steht, wo auch 
die andere hs. farmönsta d. i. farmuonsta gewährt, dieser Wechsel 
von munan mönum vergliche sich wieder dem funa fön (s. 847) und 
nun glaube ich auch ein andres bisher räthselhaftes vocalverhältnis an- 
schlieszen zu können, binah oportet, ganah sufficit zeugen auszer 
binaühts und ganaüha auch ein adj. ganöhs, wovon weiter ganöhjan 
erwächst; gerade so erscheint ahd. neben ginuht abundantia das adj.896 
ginuogi sufficiens; dieser wecbsel zwischen U und 0 nölhigt also 
wieder ein naühan nah nöhum anzuselzen; welches völlig zu trudan 
trad trödum gefüg ist. 
Bei den consonanten ist die abslufung des schwachen -da dedum 
ins äuge zu fassen, nach L und N bleibt es unverändert in skulda 
munda; nach N für NN hingegen wird es -jta -j)ödum : kunjm, ohne 
4k 4k .4k ■«**•*■-4k 4k 4k .M*. ^4*. 4k
	        

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