Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
MONATE 61 
termont (im namenbüchlin a. 1435 und Mone 6, 436), louprise*, 
lawbreisz (cod. cass. von 1445.) december hertimänot (Graff 2, 797) 
bartmon (cod. cass. a. 1445) hartmonet (im namenb.), anderwärts voll 
rät, slachtmonet, wintermonet, Christmonet, übersieht: 
1 barmänet. volborn. barlmdnet 
2 hornunc. spurkel. 
3 merze. Retmänet 
4 aberelle 
5 meige 
6 brächot. brächoz. brächmänet. ander meige 
7 houwot. houwots. höumänet 
8 ougest. ouwest. aust 
9 ander ougest. herbest. Fulmänt 
10 ander herbest, winmänt 
11 dritte herbest, wolfmänet. firsle winlermänet. louprise 
12 ander wintermänet. volrät. harlmänet. 
der alte hornunc, den schon Karl dultete, dauert fest, entschieden 80 
eingedrungen sind merze aberelle meije. bemerkensw T erth die analogie 
von brächot und houwot**; unter den abweichenden namen fällt zu 
mal volbor oder volborn auf: ist es ein ahd. folporo oder folporan 
legitime natus? oder der alul. folprunno plenus fons, noch nhd. Voll 
born, Fülleborn eigenname, gleichsam implens fontem? dabei musz 
aber auch volrät plena copia für dec. und selbst folmänet für sept. 
(vgl. mythol. s. 749) erwogen werden, der als erntemonat triftig ein 
monat der göllin Fulla, Folla = Abundia (mythol. s. 265. 285) hiesze 
(vgl. den irischen mi lananas.) 
Auch in nhd. Schriftsprache haben die römischen namen durch 
gängig gesiegt, merz april mai aber starke form empfangen, nur wird 
von einigen noch aprill, wie es aus der schwachen entsprang, ge 
schrieben. von altdeutschen namen höchstens hornung zulässig, der 
übrigen enlräth man, wegen ihrer schwankenden bedeutung und un- 
* in Schweiz, urkunden oft louprlsi, loubriesi, laubriesete = laubfall und 
allgemein für jabresumlauf: dri louprisinen, niin louprisinen (weistb. 1, 11) mei 
nen: wann das laub dreimal, neunmal gefallen ist, vgl. Stald. 2, 159. 
** sie scheint eingewirkt zu haben auf romanische namen derselben monate 
in angrenzender gegend. ein calandrier du 13 e siede, den Roqueforts suppl. 195 
mittheilt, hat für alle monate die üblichen lat. namen, auszer für 6 ghieskerec, 
für 7 feneree, jenes von ghieskere gaskiere = bräche (oben s. 62), dieses von 
foin, foenum, beide Wörter drücken demnach genau aus brächot, houwot. nicht 
anders heiszen in Graubünden beide monate zarcladur und fenadur (Conradi s. 88.) 
beide zusammen auch altfranz. resaille mois (Roquefort 2, 470), ich weisz nicht 
ob vom mlat. resallire, das vom lat. resilire verschieden scheint. Aber Metzer 
urkunden von 1312 und 1357 nennen den juni somertras, sonmartras, in einer 
bei Butkens 1, 229 meint mois de seval den juli, was alles Roquefort s. v. sa- 
vart, savarz, sommart durch terre en friche erklärt; ist dabei unser sommer im 
spiel? Noch lese ich bei Meon 1, 448b juignet für juli, gleichsam zweiter, klei 
ner oder groszer juni, was ganz deuscli scheint; in juillet statt jul, juil (ital. lug- 
lio, sp. julio) ist diese bildung durchgedrungen, aernovel f. august bei Roquefort 
bedürfte belegs, enthält aber unser erne messis.
	        

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