Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

Schimmer  und  einfarbig,  aber  von  gewaltiger  Art.
Ohne  Einleitung  und  Erklärung  hebt  die  Erzählung
an,  die  den  Ausgang  öfters  schon  in  der  ersten  Strophe ­
  voraus  verkündigt,  *)  und  alles  einfach  und  in  großen ­
  Maßen  hinstellt:  dann  treten  die  Helden  selbst  auf,
und  ihre  Reden  sind  wie  Schwertschläge  von  starken
Armen  gegeben,  treffend  und  entscheidend.  Die  Poesie ­
  ist  sich  ihrer  Tiefe  noch  gar  nicht  bewußt,  sie  weiß
nicht  warum  diese  Thaten  geschehen,  aber  sie  weiß  wie
sie  geschehen;  darum  hat  sie  nichts  zu  erläutern,  die
Motive  sind  nicht  breit  dargelegt,  aber  die  leise  Hindeurung
  darauf  trifft  desto  starker.  Erst  als  Hogen
über  die  verrälherisch  gestreuten  Erbsen  hinfällt,  gedenkt
Grimild  des  vorher  geschloßenen  Vertrags,  daß  er  nicht
wieder  aufstehen  dürfe,  wenn  er  einmal  gestürzt  sey.
Alles  in  der  Mitte  liegende,  verbindende  ist  ausgelaßen,
die  Thaten  stehen  streng  neben  einander,  wie  Berge,
deren  Gipfel  blos  beleuchtet  sind:  und  betrachtet  man
diese  Harte  bei  dieser  Erhabenheit,  und  das  vordringende ­
  dramatische  in  diesen  Liedern,  so  ist  dabei  eine
Erinnerung  an  den  Geist  der  alten  Tragödie  nicht  zu
kühn.  Orm  lüstet  es  hinauszugehn  in  den  Berg,  wo
sein  Barer  liegt;  nun  wird  gleich  erzählt,  wie  er  draußen ­
  am  Grab  steht,  und  so  stark  daran  schlägt,  daß
der  Felsen  zerspringt,  und  der  Todte  aus  seinem  Schlaf

*)  So  beitzt  es  in  dem  ersten  Lied:  Das  war  der  Held  Hogen,  der  verlor ­
  feir.en  jungen  Leib:  gleicherweise  von  der  Shriemhilde  im  Nibelungen ­
  Lwd,  wie  sie  zuerst  geuannr  wird:  um  sie  verloren  viele  Hel-
	        
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