© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79
iiIIf
Sorgvoll da waren die Gäste, und all die nordischen Mann:
Sie erhielten Schläg und Todeswunden, da ward ihnen bleich
die Wang.
Das war Lokke der Diener, der sich viel gut bedachte:
Wir wollen heimfahren in unser Land, unsern Vater zur Win,
we machen.
-8-Jungfrau
Ellen.
Das war Ellen Oves Tochter, die war weit uncher bekannt,
Und das nicht um ihr vieles Gold, oder um ihr grünes Land.
Auch wir sind Jungstauen-Männer l
Und das nicht um ihr vieles Gold, oder um ihr grünes Land,
Mehr aber um ihren Vater, an des Königs Tafel mit Ehre genannt.
Das war Hcrre Magnus, der ließ sich satteln sein gut Rößlein:
„Ich will reiten nach Verslevburg, Ellen Oves Tochter mir stei'n."
Da er kam zu dem Sallingsund, da fragte er sofort:
„Mag seyn Herr Ove daheime, oder ist er gezogen aus dem Ort?"
Da aber begann der Fährmann und sprach zu ihm die Wort:
Herr Ove ist nicht daheime, er zog gestern aus dem Ort.
So ging er zu dem Kirchhof und band sein Rößlein fest,
So ging er in die Kirche ein, wie er konnt' aufs allerbest.
Alle da standen die schönen Jungfrauen, eine jede bei ihm
Mutter thät stehn,
Nur nicht Ellen OveS Tochter, der rollten Thränen über die
Wangen schön.
Trat er über den Schemel, und wohl über mehr als zwei:
„Steht auf, Ellen Oves Tochter, Md gebt mir Eure Treu."