© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79
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erwacht, klagend, daß er nicht in Frieden unter der
schwarzen Erde liegen könne. Ader der Sohn will sein
Schwert haben, und droht da6 Grab sonst in fünftausend
Stück zu zerschlagen: da wirft cs der Todte
heraus, daß die Spitze in der Erde stecken bleidt. Es
ist noch die ganze Größe und Wildheit der altnordischen
Sagen in diesem Lied. Diese Macht der ersten Dichtung,
die wie ein Berastrom Felsenstücke herunter wirft
und alles mit sich fortreißt, kann doch nimmermehr durch
die spatere Anmuth und äußerliche Vollendung ersetzt
werden. Freilich diejenigen, welche sich auch in der
Poesie eine bestimmte Art herausgesucht, und nur auf
einen Ton aus ihrem vollstimmigen Weltconcerr hören
wollen, werden wenig Gefallen an diesen Liedern tragen.
Und doch bricht durch dies ungebandigte Riesenleben
oft ein zarter Gedanken, wie durch Felsen ein
Sonnenstrahl. Wie edel ist der König, der gegen Vi-^
brich streiten muß: er weiß, daß er unterliegen wird,
doch soll es niemand, seine Braut nicht hören, daß
er einem gewichen; dann wünscht er sich den Tod von
solch einem Helden, und bindet noch zur Beschützung
einen rochen Seidenfaden um seinen goldnen Helm:
und muß nicht Vidnch selbst klagen, daß ec todt zu
seinen Füßen liege? Es kommt auch hier, wie häufig
in andern nordischen Sagen, vor, daß das ganze Leben
der Rache für Vater oder Verwandte geopfert wird,
aber rudt diese nickt wieder aur eimr aroLen Wpfw»?
Rührend ist die Sage von der Treue des Löwen er