Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

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Da  kam  ein  häßlicher  Nachtrabe  geflogen  übers  Haus  daher,
Die  Frauen  weinten  und  Mägdelein,  sie.  rangen  die  Hände  so  sehr.
Herr  Nilaus  ging  zu  ihm  hinaus,  bot  Gold  und  gute  Dur<
gen  ihm  an.
Mögt  er  behalten  seinen  Sohn,  bot  er  ihm  zur  Hälfte  sein  Land.
„Krieg  ich  nicht  das  kleine  Kind,  so  soll  dich  das  verdrießen:
Ich  selber  will  dich  schlagen  zu  todt,  und  will  dir  dein  Reich
verwüsten.
Das  Kindelein  das  nahm  sie  da,  wickelt's  in  weiße  Linnen  ein:
Fahr  wohl,  mein  allerliebster  Sohn,  ich  bin  schuldig  am  Tode  dein.
So  trugen  sie  heraus  das  kleine  Kind,  das  lag  an  der  Mutterbrust; ­

Es  waren  so  viele  die  weinten  im  Haus,  waren  drknn  in  großer ­
  Unlust.
Der  Rabe  nahm  das  Kind  in  seine  Klau'n,  und  gluckste  so
sreudiglich,
Herr  Nilaus  stand  und  sah  das  an  und  seufzte  so  herzelich.
So  hackt  er  ihm  aus  das  rechte  Aug,  sein  Herzblut  er  halb  trinkt:
So  ward  er  zum  schönsten  Rittersmann,  der  je  auf  Erden  ging.
Er  ward  der  schönste  Rittersmann,  den  man  mit  Augen  sah:
Das  war  Frau  Irmindlins  Bruder  selbst,  der  so  lang  verschwunden ­
  war.
Und  all  das  Volk,  das  dabei  stand,  aus  die  bloßen  Knie  fiel  nieder,
Sie  beteten  zu  Gott  im  Himmelreich,  das  Kind  erhielks  Leben  wieder.
Nun  sitzet  Frau  Zrmindlin  so  froh,  ohne  alle  Sorge  und  Leid,
Nun  hat  sie  beides  Bruder  und  Sohn,  und  schläft  an  Herr
Nilaus  Seil'.
Aber  der  Nabe  fliegt  zur  Abendzeit!
	        
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