© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79
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vollbracht, hat er ein Wort, ein Bild, verliehen, zwar
ein einfaches, aber ein wahres und unvergängliches.
Und diese poetische, bildliche Wahrheit ist es, welche
sich, wie im Nibelungen Lied, so auch in diesen Liedern
erhalten, selbst wenn sich bei dem Gang durch so
viele Jahrhunderte alle critische abgestreift hatte. Wann
sie aber in Vieser Gestalt aufgefaßt worden, laßt sich
nicht bestimmen, da nicht einmal das Alter der Manuskripte
angedeutet ist, so viel leuchtet aber ein, daß
es zu der Zeit geschehen, wo das Christenthum schon
im Norden eingeführt war, denn der Gegensatz zu den
Heiden wird einmal darin ausgedrückt; *) also nothwendig
nach dem elften Jahrhundert, wahrscheinlich aber,
der Sprache nach zu urtheilen, viel später, etwa in
dem vierzehnten.
In dem Anhang ist es versucht, darzuthtin, wie
mannichfach diese alten Lieder im Ganzen oder- Einzelnen
mit den Sagen anderer Völker übereinstimmen,
wie sie in diesen Uebereinstimmungen wiederuin verschieden
sind, und wie seltsam sie auf die fernsten Länder
hindeuten und sich damit verbinden. Chriemhildens Rache,
die hier auf der kleinen kaum bewohnten Insel
im Sund, wird im deutschen Gedicht in der Stadt
des großen hunischen Reichs ausgeübt; die Helden, die
nur über drei Acker Land hergekommen, ziehen dort
über die Donau auf der großen Straße Deutschlands.