Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

©  Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  79

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Am  Morgen  ihn  der  König  fragt:
„Wie  habt  Ihr  ausgehalten  die  Nacht?"
Nun,  König,  für  alles  Gut  habt  Dank:
Ich  hab  geheirath't  meine  Mutter,  das  war  große  Schand.
Der  König  hats  gemeint  aufS  beste  zu  mir:
Das  ist  meine  Mutter,  die  ich  gefreiet  hier.
„Meine  Tochter  wollen  wir  braten  und  brennen,
Oder  zu  dem  heidnischen  König  hinsenden."
Ach  nein,  mit  meiner  Mutter  handelt  nicht  so  hart,
Sie  lebt  ohn  alles  Leid!
Gebt  sie  Herrn  Styge,  das  ist  mein  Rath.
Sie  hat  sich  verlobt  dem  jungen  Herrn  Sknge!

61.
Unglück  in  der  Ehe.
Ich  ward  geboren  so  zart  im  Kämmerlein,  unter  Frauen  und
Zungfräulein,
Die  wickelten  mich  in  seidene  Tücher  und  in  rothen  Scharlach  ein.
Kein  Mann  soll  meine  Sorge  wißen!
Stiefmutter  bekam  ich  schon  so  früh,  die  war  mir  gar  nicht  gut:
Eie  legte  mich  in  einen  vergüldeten  Schrein,  und  sehte  mich
an  die  Fluht.
Die  eine  Welle  trug  mich  ans  Land,  die  andere  schlug  mich  herab;
Daß  ich  kam  auf  den  Grund  zu  stehn,  zu  gutem  Glück  Gott  macht-Die
  Fluht  trieb  mich  mit  sich  zum  Land,  die  Ebbe  herunter  mich  zog;
Ich  Hörle  nie,  daß  ein  Königskind  von  den  Winden  das  leiden ­
  wogt.

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