Volltext: Deutsche Grammatik (Erster Theil (Erster Teilband))

Erläuterung  der  althochdeutschen  Snbst.  Declin.  159
Gegen  das  neunte  Jahrhundert  wird  er  in  diesen  drei
Falten  entschiedener  und  fester,  schwindet  aber  in  dem
Fall  6)  (weil  en  statt  in  aufgekommen  ist).
Weiter  hat  sich  der  Umlaut  bis  jetzo  nicht  entwickelt.
Das  i  der  Endung  zeigt  noch  keine»  Einfluß  auf  das  0
und  u  *)  der  Wurzel;  das  u  der  Endung  überhaupt  keinen
auf  das  a  oder  0  der  Wurzel  **).  Auch  von  den  spateren ­
  Consonantumlauten  ist  noch  keine  Rede.  —
Betrachtet  man  nach  allem  diesem  die  althochdeutsche  Deklination ­
  in  allgemeiner  Uebersicht;  so  hat  sich,  verglichen  mit
der  gothischen,  manches  verändert  und  verschlimmert,  eine
große  und  unverkennbare  Aehnlichkcit  aber  auch  erhalten,  die
besonders  deutlich  hervorgeht,  wenn  man  in  Gedanken  die
abgeworfenen  Consonantendungen  hinzufügt.  Frühere  und
reinere  bewahrte  Quellen  würden  dies  noch  Heller  beweisen,
doch  kann  schon  ein  genaueres  Studium  des  uns  verbliebenen ­
  Vorraths  aller  Denkmäler  immerhin  unsere  Ansicht  schärfen, ­
  zumal  wird  die  Untersuchung  der  Wortbildungen  und
Zusammensetzungen  manchen  Schluß  in  die  frühere  Declination ­
  verstatten.  Es  mag  hier  an  einem  Beispiel  genügen.
Das  Wort  a  r  u  n  t  i  (Botschaft)  0.1.  5,  z  weist  es  nicht  auf
ein  ehemaliges  Mafcul.  aru  (Bote)  nach  der  dritten  Decl.,
deren  Wörter  so  sehr  zusammengeschmolzen  sind,  und  gleicht
es  nicht  ganz  dem  gothischen  airus?  Die  spateren  Formen ­
  arindi,  arende  verschließen  uns  diesen  Blick  in  die
ältere  Sprache.

landscaffi  (402)  weraldi  (383).  K.  hat  ihn  in  gesti.  ensti.
krefti.  henti.  Insgemein  ist  er  in  den  Wörtern:  balg.  äst.  gast.
anst.  chraft.  hant.  stat.  want  früher,  in  den  Wörtern  pah.  dat.
gans.  sät.  mahl.  naht  spater.
*)  Man  vergl.  die  S.  z».  3».  38*4i  gegebenen  Belege,  denen  flch
noch  viele  beifügen  ließen,  als  das  Femin.  fuor»truhi  (com.
pedes)  T.  53,4-  u.  s.  m.  Blos  bei  dl.  sind  Spuren  des  Ume
lauts  von  u  in  iu  s.  oben  S.45.  chriuter,  hiuser.
")  Der  Dat.  Pl.  thiornon  O.  iv.  7,  126.  ist  nur  scheinbar.
Denn  ob  schon  der  Nom.  thiarn»  lautet  I.  »>,  »07.  >5,67.  so
har  doch  der  Gen.  thiarnun  V.  12,  57.  und  selbst  der  Nom.
tlüorna  T.  61  9•  Gen.  und  Dat.  thiornun  T.  3,1.  Also  bloße
Verschiedenheiten  der  Mundarten  oder  selbst  Schreibungen
als:  fuvr  und  fuaz  u.  dergl.  m.
	        
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