Volltext: Lateinische Gedichte des X. und XI. J[ahr]h[underts]

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daclit  worden  ;  sie  liegen  aber  im  geschmack  der  zeit
und  zeigen  sich  auch  anderswo,  z.  b.  wenn  Ermoldus
sagt  (Pertz  2,  502):
Ad  hanc,  Ebo,  fideni  gentem  revocare  studeto,
mufs  construiert  werden:  hanc  gentem  ad  fidem  revocare»
Auch  einzelne  Wörter  und  besonders  eigennamen  durch
Zwischenschiebung  zu  trennen  liebt  Ermold:
Er  modulata  tibi  conscripsit  carmina  moldus.
Pertz  2,  523,
No?t  quoque  francisco  dicuntur  nomine  manni
das.  2,  501.
Engilm  ipse  pius  placido  tune  tramite  heim  *)
das.  2,  504.
Abbo  pflegt  que  niittenhin  zu  drängen:  1,  361  ocquecidens;
  2,  54  iuquesulas;  2,  187  inquesulam  für  occidensque,
  insulasque,  insulamque.  Dergleichen  lafst
sich  noch  vieles  sammeln  und  mag  der  überkünslliclien
wortuntereinanderwerfung  altnordischer  scalden  an  seite
gesetzt  werden.
Das  mittelalter  hegt  eine  entschiedne  Vorliebe  nicht
blofs  für  liexameter,  sondern  auch  für  gereimte  d.  i.
leoninische,  welche,  obschon  unrichtige  doch  allgemein
verständliche  und  gefüge  benennung  ich  beibehalte,  der
schlufs  des  verses  hält  reim  mit  der  haupteaesur,  also
meistentheils  der  ersten  silbe  des  dritten  fufses.
Dergleichen  reime  lassen  sich  nun  bereits  aus  classisclien
  dichtem  aufzeigen,  aber  nur  spurweise,  und
einigemal  in  absichtlicher  formel,  z.  b.  in  Virgils  pharmaceutria
  80  wo  das  auf  liquescit  reimende  durescit  jedoch ­
  die  erste  und  zweite  silbe  des  dritten  fufses  füllt,  bei
späteren  dichtem  häufiger,  z.  b.  Claudian  in  Prob,  et  Olybr.
93.  Flava  cruentarum  praetenditur  umbra  jubarum.

)  also  heim,  zweisilbig.
	        
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