Full text: Lateinische Gedichte des X. und XI. J[ahr]h[underts]

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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 72 
kenbalds (Waith, s. 61) sind bei Königshofen s.491.492 
zu lesen; vom vierten Eckehard wird ihrer ein ganzer 
codex (n° 393) zu Sanctgallen aufbewahrt (Pertz 2, 54)> 
aus welchem die rhythmi (richtiger versus) de sancto 
Otmaro, welche er als knabe nach Notker Labeos dic- 
taten gefertigt hatte, bei Pertz 2, 55-58 gedruckt stehn, 
die casus sancti Galli heben hin und wieder andere im 
zehnten jh. gedichtete aus (Pertz 2, 90. 91. 119. 122), 
worunter auch einzelne unseres älteren Eckehards. darf 
er für den liauptverfasser des Wallharius gelten, so ist 
er ihnen in dieser gröfseren dichtung ziemlich ausge- 
wiclien , doch schleichen sich manche ein (28. 64. 157. 
158. 159. 163. 170. 185. 202. 206. 217. 220. 221. 224. 
233. 236. 237. 2^0. 242. 243. 246. 250. 255. 260. 266 
u. s. w.), soll man glauben aus nachlassigkeit oder zu 
vermeintem schmuck? in Geralds prolog berschen die 
leonine merklicher vor, und fast möchte man schliefsen, 
dafs die Überarbeitung sie hernach zu tilgen gestrebt 
hatte, wiewol auch der widmung sorgfältigerer aus- 
druck sie könnte absichtlich gehäuft haben. Im Rud- 
lieb sind fast alle verse leoniniscli *) , doch mit vielen 
freiheiten für vocale und consonanten, denn auch ver- 
schiedne vocale binden sich (4, 61. 66. 68. 83 u. s. w.) 
und durch einzelne consonanten mehr oder weniger 
wird nichts verschlagen; beispiele auf allen blättern. 
Fast ebenso in der ecbasis, neben etwas strengerem 
reim; die eingeschalteten horazischen verse macht ge 
wöhnlich schon der mangelnde kenntlich **), und ihn 
herbeizuziehen müssen sie sich einigemal abändern las- 
,v ) der reim fehlt z. b. 4, 62. 73. 6, 4. 
**) auch darum sind die s. 318 angezognen verse 593-95, 
700. 721. 22 schwerlich des Verfassers. 723 ist nach Ovid met. 1, 
11, verändert, wo es heifst: 
Nec nova crescendo reparabat cornua Phoebe. 
698 ist aus Virgils Aen. 12, 677.
	        

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