Full text: Lateinische Gedichte des X. und XI. J[ahr]h[underts]

sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 72 
sen, anderemal bot der Römer selbst schon den stumpfen 
reim, z. b. 119. 142. 155. 162. 186. 214; den leonin 
ziert vorzugsweise der volle, klingende. Ungefähr wie 
Malchus hält es Hrosuitli, auch bei ihr sind klingreime 
weit seltner als bei Fromund *). 
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*** *) für die, welche andere gleichzeitige und jüngere leonine 
vergleichen mögen, schreibe ich noch beispiele her. Thietmars 
von Merseburg (f 1018) prolog: 
Non adscribatur mihi, si quid in hoc variatur 
Libro vel desit, testis cum parvulus adsit etc. 
eine urk. von 1051 bei Schaten 1, 543 hat auf die dreieinheit die 
sen vers: 
ln deitate patris proli sit honor generalis, 
In nutu nati decus vel sapientia patri, 
In vi paraclisis virtus sit utriusque perhennis. 
Die nomina volucrum, ferarum etc. (altd. bl. 1, 348) sind Ieoni- 
nisch und vielleicht schon im 10 jh. entsprungen, denn bis ins 11 
reichen die hss. (vgl. s. 322.) Von Catos lehren gibt es wol mehr 
als eine leoninische bearbeitung, die ältere wird Marbod (opp. col. 
1634) beigelegt, wozu neulich Endlicher (codd. vindob. 1, 173) 
Supplemente herausgegeben hat; eine nicht viel jüngere mit lauter 
klingenden reimen steht in einem linzer cod. des 12 jh. (Hoffm. 
fundgr. 2, 105.) bei Marbod de gemmis berschen sonst reimlose 
hexameter, doch mangelt es nicht an stumpfen reimen (7. 23. 32. 
46. 49. 54 etc.), selbst nicht an klingenden (93. 123. 247. 419. 
421.) Macer Floridus (ein dichter des zehnten jh., aber kein deut 
scher) hat wenige leonine (106. 110. 156. 193. 194. 195. 225. 
226); desto häufiger werden sie in den spuriis Macri. Unter den 
60 hexametern des 13 jh., welche eine Übersetzung von Wolframs 
Wilhelm versuchen (Lachm. varr. XL1II. XLIV), erscheinen die 
leonine nur mäfsig. Die Saxonia des eimbeker und goslarer ca- 
nonicus Dietrich Lange (Meibom 1, 806-812), hat meist klingende 
reime, deren einige hier folgen mögen, weil sie der verschiednen 
jahrhunderte ungeachtet (Lange ist aus der zweiten hälfte des vier 
zehnten) an die darstellung im Rudlieb erinnern: 
p. 806. Non est exosus popuius neque stans otiosus — 
Multi barones de Graecis nobiliores — 
Hi per tres stabant turmas, pariter properabant —
	        

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