Full text: Lateinische Gedichte des X. und XI. J[ahr]h[underts]

iv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 72 
Bei so weit nach hinten geschobnem reim pflegt aber 
auch wol einer zugleich die arsis des zweiten fufses 
einzunehmen, so dafs sich dann drei Wörter im verse 
binden, Waith, prol. p. 59; Rudi. 6, 3. 7, 11; ecb. 658: 
Ludendzzzra magis est dornimzm quam sit rogitandzzw. 
Poeniteötf vel euin rogitat mala quae faciebdh 
Et verbzÜTz profert plenüm ceu pollinis ovz'z/zz. 
Poma vehdt, miranda candt, sed amigdala pondtf*). 
Abbo 1, 343 mit unreimendem schlufs: 
Ergo cuz' regina polz componere quibo. 
Minder schicklich legt sich der drei reime erster auf die 
thesis des ersten fufses, ecb. 601: 
Tarn cito se sociare toro nec jüngere disco, 
oder auf die Senkungen des zweiten und vierten, ecb. 813: 
Condolui tibz, non parcens mihz, congrua vexz. 
Am ungünstigsten wirkt, wie mich dünkt, die theilung 
des hexameters in zwei genaue hälften, wo reiche reime 
den dritten fufs gerade wie den sechsten füllen, sogar 
in den zweiten und fünften mitreichend, ecb. 232. 471: 
Me circumvoYitabänt, deute sed asperildbänt. 
Totus conticz/z^ grex, atque crucis silzzd lex. 
gehören hierher auch, ohne reichen reim, und ganz 
stumpf, aus Rudi. 1, 47. 9, 4? 
Non abscondere quit se quin haue mox reperirrtf 
Ex illa sit quem de fonte levaveris inquzk 
Folgende beide sind unter einander ähnlich gebildet, je 
doch verschieden, deren hälften jede eigens für sich 
reimen, Rudi. 6, 56. ecb. 158: 
Piscibz/s ut citizzs vorer aut dir/s cocodrillz-s 
Quid calidzz/zz gelidzzz/z, dominorzzm quid famulorum. 
*) virgilianisclien versen vergleichbar wie: 
Congrediör, fer sacra pater, et concipe foedus. 
wo die zweite silbe von pater durch den eindruck der caesur pro- 
duction erfährt.
	        

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