Volltext: Kinder- und Hausmärchen

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merlich  ertrunken,  darum  ist  sie  mein."  Da  that  der  König
den  Ausspruch:  „jeder  von  euch  hat  Recht,  und  weil  ein  jeder
die  Jungfrau  nicht  haben  kann,  so  soll  sie  keiner  von  euch  haben, ­
  aber  ich  will  jedem  zur  Belohnung  ein  halbes  Königreich
geben."  Da  sprachen  die  Brüder:  „es  ist  auch  besser,  als
daß  wir  uneins  werden."  Der  König  gab  jedem  ein  halbes
Königreich,  und  sie  lebten  mit  ihrem  Vater  in  aller  Glückseligkeit. ­

46.
Einäuglein,  Zweiäuglein  und  Dreiäuglein.
Es  war  eine  Frau,  die  hatte  drei  Töchter,  davon  hieß
die  älteste  Einäuglein,  weil  sie  nur  ein  einziges  Auge
Bitten  auf  der  Stirne  hatte,  und  die  mittelste  Zweiäuglein,
  weil  sie  zwei  Augen  hatte,  wie  andere  Menschen,  und
die  jüngste  Dreiäuglein,  weil  sie  drei  Augen  hatte,  und
das  dritte  stand  bei  ihr  gleichfalls  mitten  auf  der  Stirne.
Darum  aber,  daß  Zweiäuglein  nicht  anders  aussah,  als
andere  Menschenkinder,  konnten  es  die  Schwestern  und
die  Mutter  nicht  leiden,  und  sie  sprachen  zu  ihm:  „du  siehst
mit  deinen  zwei  Augen  nicht  besser  aus,  als  das  gemeine  Volk,
du  gehörst  nicht  zu  uns;"  und  stießen  es  herum,  und  warfen
	        
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