Volltext: Der Winsbeke und die Winsbekin

Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  265

VIII

VORREDE

des  JVinsbeken  in  regelloser  folge  und  vermehrt  sie  durch
drei  (in  meinen  anmerkungen  s.  54.  56f  63)  die  Benecke
(s,  457)  mit  recht  verworfen  hat:  zwei  andere  (die  26e
und  die  30e  meiner  aus  gäbe),  die  er  ebenfalls  fiir  unecht
hielt,  sind  unverdächtig  und  stehen  auch  in  B  und  J.
wenn  dieselbe  späte  und  unverläfsigc  handschrift  das  gespräch
  zwischen  sohn  und  vater  und  des  vaters  gebet
wegläfst,  so  dünkt  mich  dies  unerheblich  bei  der  frage
nach  der  echtheit  der  letzten  vierundzwanzig  Strophen
des  JVinsbeken;  fehlen  ihr  doch  auch  die  vorhergehenden
vier  Strophen  (53  —  56),  von  denen  keine  verdächtig  und
deren  letzte  unentbehrlich  ist.  das  gedieht  ist  in  g  nach
unvollkommener  erinnerung  aufgeschrieben  oder  einer  am
ende  unvollständigen  handschrift  entnommen  und  die  leeren ­
  blätter  sind  vielleicht  frei  gelafsen  um  den  schlufs
nachtragen  zu  können.  auch  die  JVinsbekin  entbehrt  in
g  und  in  C  und  J  ihres  schlufs  es.
Dennoch  ist  es  mir  gewiss  dafs  der  dreifache  rath
der  sechsundfunfzigsten  das  gedieht  abrundenden  Strophe
ursprünglich  den  schlufs  des  JVinsbeken  bildete:  einen
andern  hatte  auch  der  dichter  der  JVinsbekin,  die  ähnlich ­
  mit  drei  regeln  sich  abschliefst,  nicht  vor  äugen.
jene  vierundzwanzig  Strophen,  von  denen  ich  mit  ausnähme
  der  matt  iviederholenden  und  schwach  bezeugten
68n  keine  für  noch  spätere  einschaltung  halte,  obwohl
B  nur  elf  davon  kennt,  hat  man  dramatisch  genannt.
ich  kann  in  ihnen  nur  einen  frommen  aber  albernen  anhang
  erblicken.  sie  steigern  nicht  etwa  die  lebensweisheit
  der  väterlichen  lehren  oder  geben  ihnen  andere  Wendung ­
  oder  widerlegen  sie,  so?idern  sie  machen  plötzlich

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