Volltext: Kutrun

©  Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  211

Swlb&criptions-Jlnzeige

von

GOTTFR.  BASSE  in  QUEDLINBURG.

B.S  deutsche  Vaterland  ist  so  reich  an  Geistesschätzen,
wie  wenig*  andere  Lande.  Ueberall  ist  classischer  Boden. ­
  Wohin  wir  blicken,  hat  ein  Dichter  gesungen;
auf  allen  unsern  Gefilden  haben  Unsterbliche  gewandelt. ­
  Wer  aber  kennt  sie?
Die  Schätze  unserer  Sprache,  unserer  Poesie  vermoderten ­
  in  den  Archiven,  verstaubten  in  den  Bibliotheken, ­
  bis  die  Bemühungen  von  Männern,  wie  Schilter,
  Bodmer,  Gräter,  Docen,  die  Gebrüder  Grimm,
Benecke,  Büsching,  v.  i).  Hagen,  Lachmann,  Graff,
Hoffmann  Massmann  u.  a.  belebende  Strahlen  in  den
dämmernden  Wald  der  klangreich-bildsamen  Sprache
unserer  Väter  warfen.
Stets  hat  der  Deutsche  mehr  Sinn  für  das  Auswärtige, ­
  das  Fremde  gezeigt,  als  für  das  Heimische
und  Vaterländische.  Er  hat  sich  die  Bildung  aller  Zeiten ­
  und  Orte  angeeignet  und  ist  der  treueste  Bewahrer ­
  und  Pfleger  aller  Wissenschaften  geworden.  Alle
Sprachen  der  Welt  hat  er  gründlich  getrieben,  und  darüber ­
  nur  zu  oft  die  vaterländische  vernachlässigt.  Die
Erzeugnisse  nachbarlicher  Länder  sind  in  deutsche
Laute  übertragen,  und  vom  Ganges  her  holt  der  Deutsche ­
  noch  heute  urverwandte  Dichtung.
Die  deutsche  Jugend  bildet  sieh  an  den  Ueberresten
  längst  verstummter  Sprachen,  und  wendet  grös-
	        
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