© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 211
Verzeichnis
der bei Gottfr. Basse in Quedlinburg erschienenen
Werke der
alttrnttgchcrc ^Literatur,
Altdeutsche Dichtungen.
-Aus der Handschrift herausgegeben von Dr. jV. Meyer
und E. F. Mooyer. gr. 8. 20 gGr.
Aus einem früher in der Schweiz, dann in Bremen befindlich
gewesenen Papier-Codex aus dem 15. Jahrh. (c/. L. Meister’s
Beitr. z. Gesch. d. deutschen Spr. I. S. 94), jetzt in den Händen des
erstgenannten Herausgebers (cf. auch Grimm’s Vorr. zu Vridankes
Bescheidenheit). — Das Werk enthält acht, theils gröfsere, theils
kleinere Dichtungen. Die erste, auch dem Umfange nach bedeutendste
(1530 V.), behandelt die ,,Legende vom heil. Alexius“; das zweite
Gedicht hat die Ueberschrift: „diz ist der bufant“, enthält die Geschichte
von Peter und der schönen Magellone und füllt 1074 V..
Dann folgt: „der Ritter underm zuber“ 351 V. und abweichend von
demselben Gedichte in der Müller sehen Smlg. Bd. I.; „von eime
gewerbe eins und einer“ mit mancher heitern, naiven Stelle neben
volksmäfsiger Derbheit; „diz ist der künec von Frankrich“ eine schöne
Erzählung in 702 V.. Gr aff hat dasselbe Gedicht in der Diutiska
III. 3. p. 378-397 aus einer Wiener Hs. des 15. Jahrh. bekannt
gemacht, die indefs weit unvollständiger, weniger rein und correct
ist; ,,diz ist der schuoler von Paris“ diese zwar schon bekannte Erzählung
(s. Wilken, Gesch. d. Heidelb. Büchers. p. 305) erscheint
hier zum ersten Male gedruckt; „ein kubisch Spruch von liebe u 263 V.;
„von eime trunken buoben u Bruchstück, 106 V. Vgl. die gründliche
Recension dieser Sammlung von K. Schädel in den N. Jahrh. f.
Phil. u. Päd. od. Krit. Bibi. Bd. XI. Hft. 7. S. 281-294.
Adolf Ziemann’s
altdeutsches Elementarbuch.
2 Abtheilungen, gr. 8. 1 Thlr. 4 gGr.
Auch unter den besondern Titeln:
Grundrifs zur Buchstaben- und Flexionslehre des Altdeutschen,
nebst einem Wurzel verzeichnifs. Nach
Grimm bearbeitet, gr. 8. 12 gGr.
Altdeutsches Lesebuch. Mit Anmerkungen, gr. 8.
16 gGr.
Bereits in vielen Lehranstalten eingeführt und von allen kritischen
Journalen, selbst im Auslande, belobend hervorgehoben, cf.
Allg. Lit. Ztg. 1834. No. 77. wo es lieifst: „Wir müssen bekennen,
dafs der Verf. dabei mit vieler Umsicht zu Werke ging. Sein Grundrifs
wird sicher mit Nutzen gebraucht werden, und wünschen dafs