Volltext: [Rezension:] Die althochdeutschen Präpositionen. Ein Beytrag zur deutschen Sprachkunde und Vorläufer eines althochdeutschen Sprachschatzes, nach den Quellen des achten bis elften Jahrhunderts, Von E. G. Graff. (..) Königsberg: Bornträger 1824

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Zur deutschen Sprachkunde. 
xxvm.Bd. 
noch zuweilen den bloßen Jnstr., z. B. das Hildebrandslied: 
speru werpan, suertu hauwan z J. 3c)5: beileghü gheistü 
quhad; jun. 262 : allü werchü (summopere); hrab. 973*: 
huelihhu nemin (quo nomine) ; desgl. alts. wordü gibod (yerbo 
praecepit) ; ferahü copon (vita emere). Kaum steht die ahd. 
bloße Dativform auf diese Weise (außer da, wo keine instrumen 
tale möglich war, wie in dem eben angeführten Subst. nemin). 
Dagegen beharrt der Jnstr. noch eine Zeit lang neben der allmäh 
lich eingedrungnen Präp. mir (Beyspiele hat Grafs S. 110, 
in, denen sich viele altsächs. zufügen lasten): bis zuletzt mir und 
die Dativform gebraucht wurde (Grafs 120—i23). Ags. gilt 
der Dativ ohne Präp., z. B. clypode micilre siefne (goth. 
ufbropida stibnai mikilai, Matth. 27, 46). — Die kühnere, 
mächtigere alte Sprache nutzte aber auch den Jnstr. oder Dat. 
für Fälle, in denen die spätere andere Präp. als mir gebrauchen 
muß. Aipy a7roXXvjiaij fame pereo, ist goth., eben so: bub- 
rau fraqyistna, ahd. aber mit Jnstr. bungiru irstirbu, O. II. 
22, 40; mit Dat. ih forwirdu hungere, T. 97 ^); und we 
nigstens in dem gedruckten ags. N. T. Luc. *5, 17 lese ich; ic 
o7i bunger forwurdhe, wie wir nhd. sagen: sterben an Hun 
ger, vor Hunger.'Von dem daneben zuläßigenGen. gleich nach 
her. Ein anderes Beyspiel gebe der Begriff von Geburt und Ab 
kunft. Gleich dem lat. Abl. bey natus, satus, genitus, ortus 
steht der altnordische, 34* : Ndtt varNörvi borin (NoxestNaro 
edita) 5 i35 b : Hervor borin var Hlaudve (Heryara orta est 
Chlodovaeo); 172^ : Sigurdr ec beiti borinn Sigmundi (Si- 
gurdus vocor genitus Sigmundo) ; im Ahd. schon die Prap. 
tona (Grafs S. 223 — 226); und eine Präposition scheint hier 
allerdings nothwendiger, als in den vorausgehenden Fällen, wie 
denn auch im Lat. füglich ex gesetzt werden darf. 
Es ist übrig des Genitivs zw erwähnen, der in der früheren 
Sprache zuweilen ausdrücken kann, was die spätere durch Prä 
positionen umschreibt. Ohne hier auf die Frage einzugehen, ob 
vielleicht alle und jede Genitive von einem (gesetzten oder ausge 
lassenen) andern Nomen abhängen? bemerke ich, daß die Geni- 
tiv-Constructionen, von welchen hier die Rede ist, unter den deut 
schen Mundarten vorzugsweise der hochdeutschen eigen sind, und 
Buk übersetzt (versionis N. T. serbicae specimina, Vmdoh. 
1824, p. 8) Luc. 15, 17: yMupewi oa r.vaAn, hat auch im Wör 
terbuch 488: yMpitjenm oa cpAodojbe (an der Ruhr sterben) i 
andere Dialecte letzen den Jnstr., z. B. der böhmische bladem 
ymr-eri. Auch litth. badü mirti, neben isz bado. Hingegen russ. 
mit ob (de): ymepvmb Cb roAOAy.
	        

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