Volltext: Kinder- und Hausmärchen

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19. 
Die kluge Else. 
Es war ein Mann, der hatte eine Tochter, die hieß die 
kluge Else. Als sie nun erwachsen war, sprach der Vater 
l \m wollen sie heiraten lassen.' 'Ja,' sagte die Mutter, 
^wenn nur einer käme, der sie haben wollte.' Endlich kam 
von weither einer, der hieß Hans, und hielt um sie an, er 
machte aber die Bedingung, daß die kluge Else auch recht 
gescheit wäre. '£),’ sprach der Vater, 'die hat Zwirn im 
Kopf,' und die Mutter sagte 'ach, die sieht den Wind auf 
der Gasse laufen und hört die Fliegen husten.' 'Ja,' sprach 
der Hans, wenn sie nicht recht gescheit ist, so nehm ich sie 
nicht.' Als sie nun zu Tisch saßen und gegessen hatten, sprach 
die Mutter 'Else geh in den Keller und hol Bier.' Da nahm 
die kluge Else den Krug von der Wand, ging in den Keller 
und klappte unterwegs brav mit dem Deckel, damit ihr die 
Zeit ja nicht lang würde. Als sie unten war, holte sie ein 
Stühlchen und stellte es vors Faß, damit sie sich nicht 
zu bücken brauchte und ihrem Rücken etwa nicht wehe thäte 
und unverhofften Schaden nähme. Dann schob sie die Kanne 
mit dem Fuße vor sich und drehte den Hahn aus, und wäh 
rend der Zeit, daß das Bier hinein lief, wollte sie doch ihre 
Augen nicht müßig lassen und sah oben an die Wand hinauf
	        

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