Full text: Kinder- und Hausmärchen

196 
30. 
Der Frieder und das Katherlieschen. 
Es war ein Mann, der hieß Frieder, und eine Frau, 
die hieß Katherlieschen, die hatten einander geheiratet und 
lebten zusammen als junge Eheleute. Eines Tages sprach 
der Frieder, 'ich will jetzt zu Acker, Katherlieschen, wann ich 
wiederkomme, muß etwas Gebratenes auf dem Tisch stehen 
für den Hunger, und ein frischer Trunk dabei für den Durst? 
'Geh nur, Friederchen,' antwortete die Katherlies, 'geh nur, 
will dirs schon recht machen? Als nun die Essenszeit herbei- 
rückte, holte sie eine Wurst aus dem Schornstein, that sie in 
eine Bratpfanne, legte Butter dazu und stellte sie übers Feuer. 
Die Wurst fing an zu braten und zu brutzeln, Katherlieschen 
stand dabei, hielt den Pfannenstiel und hatte so seine Ge 
danken: da fiel ihm ein 'bis die Wurst fertig wird, derweil 
könntest du ja im Keller den Trunk zapfen?' Also stellte es 
den Pfannenstiel fest, nahm eine Kanne, ging hinab in den 
Keller und zapfte Bier. Das Bier lief in die Kanne, und 
Katherlieschen sah ihm zu, da fiel ihm ein 'holla, der Hund 
oben ist nicht beigethan, der könnte die Wurst aus der Pfanne 
holen: du kämst mir recht!' und im Hui war es die Keller 
treppe hinauf; aber der Spitz hatte die Wurst schon im Maul 
und schleifte sie auf der Erde mit sich fort. Doch Katherlies-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.