Full text: Kinder- und Hausmärchen

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chen, griff in den Busch, und denk einer, da lag schon 
Fiedel und Vogelrohr in Bereitschaft, als wenn sie bestellt 
wären. Er gab sie dem Knecht und sprach 'was du dir 
immer erbitten wirst, kein Mensch auf der Welt soll dirs 
abschlagen? 
'Herz, was begehrest du nun?' sprach der Knecht zu 
sich selber und zog lustig weiter. Bald darauf begegnete 
er einem Juden mit einem langen Ziegenbart, der stand 
und horchte auf den Gesang eines Vogels, der hoch oben 
in der Spitze eines Baumes saß. 'Gottes Wunder!' rief 
er aus, 'so ein kleines Tier hat so eine grausam mächtige 
Stimme! wenns doch mein wäre! wer ihm doch Salz auf 
den Schwanz streuen könnte!' 'Wenns weiter nichts ist,' 
sprach der Knecht, 'der Vogel soll bald herunter sein,' legte 
an und traf aufs Haar, und der Vogel fiel herab in die 
Dornhecken. 'Geh, Spitzbub,' sagte er zu dem Juden 'und 
hol dir den Vogel heraus.' 'Mein,' sprach der Jude, 'laß 
der Herr den Bub weg, so kommt ein Hund gelaufen; ich 
will mir den Vogel auflesen, weil ihr ihn doch einmal 
getroffen habt,' legte sich auf die Erde und fing an sich 
in den Busch hinein zu arbeiten. Wie er nun mitten in 
dem Dorn steckte, plagte der Mutwille den guten Knecht, 
daß er seine Fiedel abnahm und anfing zu geigen. Gleich 
fing auch der Jude an die Beine zu heben und in die 
Höhe zu springen: und je mehr der Knecht strich, desto 
besser ging der Tanz. Aber die Dörner zerrissen ihm den 
schäbigen Rock, kämmten ihm den Ziegenbart und stachen 
und zwickten ihn am ganzen Leib. 'Mein,' rief der Jude, 
"was soll mir das Geigen! laß der Herr das Geigen, ich
        

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