Full text: Kinder- und Hausmärchen

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4. 
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein. 
Es war einmal eine alte Geiß, die hatte sieben junge 
Geißlein, und hatte sie lieb, wie eine Mutter ihre Kinder 
lieb hat. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und 
Futter holen, da rief sie alle sieben herbei und sprach 'liebe 
Kinder, ich will hinaus in den Wald, seid auf eurer Hut vor 
dem Wolf: wenn er herein kommt, so frißt er euch alle mit 
Haut und Haar. Der Bösewicht verstellt sich oft, aber an 
seiner rauhen Stimme und an seinen schwarzen Füßen werdet 
ihr ihn erkennen.' Die Geißlein sagten 'liebe Mutter, wir 
wollen uns schon in Acht nehmen, ihr könnt ohne Sorge 
fortgehen.' Da meckerte die Alte und machte sich getrost auf 
den Weg. 
Es dauerte nicht lange, so klopfte jemand an die Haus 
thür und rief 'macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist 
da, und hat jedem von euch etwas mitgebracht.' Aber die 
Geißerchen hörten an der rauhen Stimme, daß es der Wolf 
war. Mir machen nicht auf,' riefen sie, 'du bist unsere 
Mutter nicht, die hat eine feine und liebliche Stimme, aber 
deine Stimme ist rauh: du bist der Wolf.' Da ging der 
Wolf fort zu einem Krämer und kaufte sich ein großes Stück 
Kreide: die aß er und machte damit seine Stimme fein. 
Dann kam er zurück, klopfte an die Hausthür und rief 'macht
        

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