Volltext: Kinder- und Hausmärchen (Zweiter Band)

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wieder an seines Vaters Schloß, aber niemand erkannte ihn.
Er sprach zu den Dienern: „geht und sagt meinen Eltern, daß
ich wiedergekommen binz“ aber die Diener glaubten es nicht, lach—
ten und ließen ihn stehen. Da sprach er: „geht und sagts mei—
nen Bruͤdern, daß sie herab kommen, ich möchte sie so gerne wie—
der sehen.“ Sie wollten auch nicht, bis endlich einer darunter
hinging und es den Koͤnigskindern sagte, aber diese glaubten es
nicht und bekuͤmmerten sich nicht darum. Da schrieb er einen
Brief an seine Mutter und beschrieb ihr darin all sein Eleud, aber
er sagte nicht, daß er ihr Sohn waͤre. Da ließ ihm die Koͤnigin
aus Mitleid einen Platz unter der Treppe anweisen und ihm taͤg—
lich durch zwei Diener Essen bringen. Aber der eine war boͤs und
sprach: „was soll dem Bettler das gute Essen!“ behielts fuͤr
sich oder gabs den Hunden und brachte dem Schwachen, Abge—
zehrten nur Wasser; doch der andere war ehrlich und brachte ihm
was er fuͤr ihn bekam. Es war wenig, doch konnte er davon
eine Zeit lang leben; dabei war er ganz geduldig, bis er immer
schwaͤcher ward. Als aber seine Krankheit zunahm, da begehrte
er das heil. Abendmahl zu empfangen. Wie es nun unter der
halben Messe ist, fangen von —V und
in der Gegend an zu laͤuten. Der Geistliche geht nach der Messe
zu dem armen Mann unter der Treppe, so liegt erda todt, in
der einen Hand eine Rose, in der andern eine Lilie und neben ihm
ein Papier, darauf steht seine Geschichte aufgeschrieben.
Als er begraben war, wuchs auf der einen Seite des Grabs
Rose, auf der andern eine Lilie heraus.

Ane
	        
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