Volltext: Asega-Buch

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Asega-Buch.

Wafen, wie geschah mir so!
Wafen, wie bin ich gescheiden
Von der Liebe, die da ich minne;
n Renner Cap. 3 heißtes;:
Fuͤrsten, Grafen, Frigen
Sullen uͤber sich Waffen schrigen,
Dat sie von Adel sint geborn —
Und Gottet Huld hand verlorn.
und weiter Cap. 4:. —— .
Gott Herre getuͤrste ick Waffen schrigen
Uber die verfluchten Symonien ⸗
Waffen rufen ist also uͤber eine Noth laut klagen, schreien. Wafan, wosen, Allem., wepan, wea
pan Angelsaͤchs. wapgan Goth., heißt schreien, weinen; so wie wob, woft das Geschrei. Schilt.
p. 825, Somn,- sub v. wepan, v. Wicht S. 128. Auch wapen heißt selbst Niederdeutsch: wei—
nen: Brem. Wb. V, 305. Wapinroft ist also wohl ein lautes Nothgeschrei. Ganz richtig steht
dafuür im v. J. Fr. lacrimans et clamans. Das Grundwort von wepen, wapen, mag vielleicht
die allgemeine Noth und Schmerz ausdruͤckende Interjection: weh! Goth. voi, Angels. wa, we,
Ensl. wo, Latein. vae, Friesisch wach, seyn. So heißt es an einem andern Orte in dem Altfr. L.
R. do préck Radbod o wach! „o weh!“
d) folget das Volk. Dem Waffenrufe oder dem Nothgeschrei mußte Jeder, der es
hoͤrte, folgen, um dem Schreienden zu Huͤlfe zu eilen und dem Thaͤter seine That zu uͤberfuͤhren.
Ad hunc clamorem (Haro) omnes debent éexire, qui illum audiéerint, — aliter tenerentur
emendare principi, vel defraisnare, quod clamorem non audierint ssupradictum, si super hoc
fuerint accusati: Codex LL. Norm. bei Ludwig in Reliq. t. VII, p. 258. „Dem Gerufte
sollen durch Recht folgen alle die zu ihren Jahren so weit gekommen sind, daß sie das Schwerdt
suͤhren koͤnnen:“ Sachsensp. Buch 2, Art. 71. Um jede Kleinigkeit aber durfte nicht das Noth—
geschrei erhoben werden. Non enim debét éxclamari, nisi in discrimine criminoso, ad ignem
videlicet, vel ad latronem, homicidium, vel roberium, vel in aliquo hujusmodi imminente
periculo: Cod. LL. Norm. J. c. Besonders aber war man bei schwerer Strafe verpflichtet,
nach dem Waffenrufe einer Frauensperson, welche in Gefahr der Nothzucht war, herbei zu eilen.
„Wer auch die Nothnunft hoͤrt und sieht und der Frawen nicht zu Hilfe chumbt, es sey Frau
oder Man, hinter dem soll man richten als hinter einen Nothnunfter selber: Cod. Baj. ange⸗
führt bei Hofmann in Obs. Jur. Germ. lib. J, cap. XII., P. 137. Hatte man nun den Waf—
senruf gehoͤret, so wurde die That einer handhaften richtigen oder offenbaren That gleich geach—
tet. Sie, die geschwaͤchte Frauensperson, konnte nun bei dem Gerichte auf Genugthuung wider
den Thaͤter antragen, und war berechtigt, die Klage mit ihren Consacramentalen zu beschwoͤren.
Indessen mußte sie nach der Proceßordnung bei Anbringung ihrer Klage ihren Waffenruf wieder⸗
holen, oder mit Gerufte klagen. „Denn das Gerufte ist ein Anfang der Klage:“ Sachsensp.
Buch 2, Art. 61; und „Weiber oder Jungfrauen, die Nothzucht vor Gericht klagen, sollen wegen
der handhaften That, und wegen der Nothzucht mit Gerufte klagen.“ Bei den Friesen hieß mit
Gerufte klagen boria. v. Wicht S. 280.
e2und der Frone. So auch das Huns. L. R. Das Pplattd. A. B. hat offt (oder)
Frona. Nach dem v. J. Fr. et sequitur eam scultetus cum plebe. Dies kann nicht so verstan—
den werden, daß der Frone oder Schulze selbst den Waffenruf muͤsse gehoͤrt haben, und dann her—⸗
bei gecilet sey. Denn wie sollte und konnte es sich zutreffen, daß der Schulze gerade da, wo in
seinem Amtsbezirke eine solche That vorfiel, zugegen war? Vielleicht war es ein Formale, daß,
venn schon von denen, die den Waffenruf gehoͤret hatten, zur schleunigen Rettung der mißhan⸗
delten Person die noͤthigen Vorkehrungen getroffen waren, der Richter sich an Ort und Stelle
— DDDD mußte, auf sein Geheiß
durch das Volk aus dem Hause geschleppt wurde. So scheint es nach dem Altfr. L. R., wel⸗
ches so lautet: hwersoma'séen wyf au nede nimpt ende ma hia béfynt binna doram ende
bvinna drompel, endé hia deer wt wint mit Lioda tuangh ende mit frana ban, ende nio wo.
	        
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