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1.
Ruͤ stringen, vormals eine Friesische Landschaft oder Gan, hatte allgemeine Friesi—
sche Gesetze, und, wie jede andere Friesische Landschaft, seine besondere Willkuͤ—
ren. Das Asega-Buch enthaͤlt eine Sammlung solcher allgemeinen Friesischen
Gesetze, und dann auch besonderer Ruͤstringer Kuͤren. Der Richter, der bei dem
Antritt seines Amtes auf die Gesetze verpflichtet wurde, hieß uͤberall in Fries—
land Asega, Asiga oder Aesga“). Daher betitelte der Ruͤstringer das seinem
Asega zur Richtschnur gegebene Gesetzbuch: Asega-Buch. Dieses, bisher im
Dunkeln gelegene, Asegabuch ist, sowohl in Hinsicht der Sprache, als der Ma—
terie, eine sehr schaͤtzbbare Reliquie des Alterthumsß.
§. 2.
Schaͤtzbar ist zufoͤrderst das Afegabuch wegen der Sprache, worin es
abgefaßt worden. Den Beweis werde ich in gedraͤngter Kuͤrze fuͤhren. Schon vor
der christlichen Zeitrechnung bewohnten Friesen, und ihre nachher mit ihnen ver—
bundene Nachbarn, die Ka uchen, einen langen Strich der nordwestlichen Germani—
schen Kuͤste, worauf bis auf den heutigen Tag der Friesische Name ein voraͤlterliches,
auf die Nachkommen verstammtes, Erbgut geblieben ist“). Die geographische Lage
in diesem aͤußersten Winkel erlaubte keine Durchzuͤge fremder Voͤlker; und tiefe
Moraͤste an der einen und der gefaͤhrliche Seestrand an der andern Seite ga—
) Man s. Asegabuch J, 9. 3, Anmerk. g.
) Ex antiquissimis Germaniae populis sola Frisiorum gens ét sedem suam, quam ab
initio aeérae christianae ténuit, et idem nomen sine mutatione ad haec usque tempora,
retinuerit, retineatque — Unis id Frisiis Deus et ipsorum virtus tribuit.
Anmrus in Praef. ad rer. Fr. hist. — Feéelixs ca gens prae reliquis Germaniae
populis, quod antiquas sedes non solum félici matte tuita est, sed et fines
ferro longe lateque protulit, et vetus éet nobile nomen in hodiernum diem ren
quit. IXMECC. Ant. Germ. lib. 1, cap. 2, 9. 20