Volltext: Brief von Jacob Grimm an Friederike Lotte Amalia Maria von Eschwege

Liebe Friederike,

du hast mit mir dem hübschen bilde des kleinen Lutz
eine rechte freude gemacht, den 11ten, als an seinem
geburtstage war es schon in meinen händen und
liesz mich desto lebendiger an meinen lieben pathen
denken um ihm das beste heil zu wünschen.
  Wir finden alle das bild gelungen und lobenswerth,
so viel ich mich erinnern kann, hat das kind sehr viel
? gische züge, doch deine sel. mutter mund . von den
augen ist nicht zu urtheilen. forwährend musz
es nun dir und seinem groszpapa immer gröszere
freude gewähren und kurze zeit wird vergehen, 
so werden dich auch worte aus seinem mund entzücken.
erzieht es nicht ganz so ängstlich, wie du aufgezogen
worden bist, für einen jungen schickt sich das nicht.
 Unser Herman, nachdem er euch verlassen hatte,
ist zuerst nach Paris gereist, da aber nur vier tage ge-
blieben, um dann über Lyon, Marseille, Genau weiter;
jetzt musz er schon in Rom sein.
 Grüsze von mir deinen mann und vater aufs
herzlichste, ich verbleibe dein treuer oheim und gevater
 Jacob Grimm
Berlin 13 mai 1857.
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