Volltext: Brief von Jacob Grimm an Hermann Hupfeld

Lieber freund,
eine äusserung Bickells macht, dass ich nicht erst
seine nahe reise nach Marburg abwarte und
ihm die herzlichsten freundschaftsversicherungen
an Sie auszurichten auftrage, sondern gleich
auf der stelle einige zeilen entsende, die
Ihnen hoffentlich alles mistrauen benehmen.
Ich hätte Ihren letzten brief vom 27 apr. und
den viel früher empfangnen, in welchen beiden
Sie die offenste theilnahme an unserm geschick
so wohlthuend darlegen, längst beantwortet,
wenn ich zum briefschreiben aufgelegter und
fähiger gewesen wäre, und auch andere
geschäfte (auch ein fertig zu machendes buch) auf
mir gelastet, vielfache störungen mich unter-
brochen hätten. Ihre liebe und zuneigung
ist mir von lange her zu werth, als dass ich
sie verletzen könnte oder fahren lassen
möchte, wenn auch jetzt einige meinungs-
verschiedenheit zwischen uns sich hervorthun
sollte, wie mir scheint eine weit geringere,
als sie wirklich in dieser zeit von einigen
mir sehr nahen und theuern freunden, ja
verwandten geäußert worden ist. An Ihren
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