Lieber Freund,
Weil ich zu viel breife schreiben muss, bin ich ein
schlechter briefsteller geworden und mag mir
meine alten sünden nicht gern vorhalten.
Ihre freundliche zuschrift vom 11 nov. hatte
uns aber so wol gethan, dass ich
Wilhelm, den es auch zur Antwort drängte,
bat, mir diesmal die vorhand zu lassen.
Nun wurde ich aber krank und habe
vierzehn tage das bett müssen, ganz
wider meine natur; adrum schreibe ich
erst heute. Einer von uns, haben
wir uns schon vorgenommen, wird auch
von unserem abzug aus Hessen erst
einmal nach Marburg zu Ihnen kommen;
es war ein alter wunsch und bedürfnis,
Ihnen und Ihrer Frau für so viel
erwiesne theilnahme und Freundschaft
persönlich zu danken. Dieder tage