Volltext: Kinder- und Haus-Märchen ([1])

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ten  rasirten  Kopf,  da  springt  sie  auf,  schreit
meh!  meh!  lauft  fort,  und  niemand  weiß  bis
auf  den  Tag,  wo  sie  hingelaufen  ist.
Ein  Schneider  hatte  drei  Söhne,  die  wollt'
er  nach  einander  in  die  Welt  schicken,  da  sollten ­
  sie  was  rechtschaffenes  lernen,  und  damit  sie
nicht  leer  ausgingen,,  bekam  jeder  einen  Pfannkuchen^ ­
  und  einen  Heller  mit  auf  den  Weg.
Der  ältste  zog  aus  und  kam  zu  einem  kleinen
Mann,  der  wohnte  in  einer  Nußschale,  war  .
aber  gewaltig  reich.  Er  sprach  zu  dem  Schneider: ­
  „wenn  du  meine  Heerde  an  dem  Berg
weiden  und  hüten  willst,  sollst  du  ein  gut  Geschenk ­
  von  mir  haben;  doch  mußt  du  dich  in
Acht  nehmen,  vor  einem  Haus  am  Fuße  des
Bergs,  da  gehts  lustig  zu,  man  hört  immer  Musik ­
  und  Tanzgeschrei,  trittst  du  einmal  hinein,
so  ists  mit  uns  vorbei/  »Der  Schneider  willigte ­
  ein,  trieb  die  Heerde  auf  den  Berg,  hütete
sie  fleißig,  blieb  auch  immer  weit  von  dem  Haus.
Einmal  aber,  auf  einen  Sonntag,hört'  er,  wie
gar  lustig  es  darin  war,  dacht,  einmal  ist  keinmal, ­
  ging  hinein,  tanzte,  und,)v.ar.  vergnügt.
Als  er  aber  wieder  heraus  kam,  ivar'  es  Nacht
und  die  ganze  Heerde  fort,  da  ging  er  mit
schwerem  Herzen  zu  seinem  Herrn  und  gestand
ihm  was  er  gxthan.  Der  Herr  in  der  Nußschale ­

  war  gewaltig  bös,  doch  weil  er  so  lang
seinen  Dienst  ordentlich  versehen  und  weil  er
auch  seinen  Fehler  offenherzig  gestanden,  schenkte ­
  er  ihm  ein  Tischge»  deck  dich.  Der  Schneider ­
  war  damit  von  Herzen  zufrieden  und  machte ­
  sich  auf  den  Heimweg  zu  seinem  Vater.  Unterwegs ­
  kam  er  in  ein  Wirthshaus,  da  ließ  er
sich  von  dem  Wirth  eine  besondere  Stube  geben, ­
  sagte,  er  brauche  kein  Essen  und  schloß  sich
ein.  Der  Wirth  dachte,  was  mag  der  wunderliche ­
  Gast  vorhaben,  schlich  sich  hinauf,  und
guckte  durch  das  Schlüsselloch,  da  sah  er  wie
der  Fremde  einen  kleinen  Tisch,  vor  sich  sehte,
„Tischgen  deck  dich!"  sprach  und  alsbald  das
beste  Essen  und  Trinken  vor  sich  stehen  hatte.
Der  Wirth  meinte,  das  Tischen  wär  noch  besser ­
  für  ihn  selber,  und  in  der  Nacht,  als  der
Fremde  fest  schlief,  holt'  er  es  heraus,  und  stellte
ein  anderes  dahin,  das  ebenso  aussah.  Am
Morgen  zog  der  Schneider  fort  und  merkte
nichts  von  dem  Betrug.  Als  er  heim  kam  erzählte ­
  er  seinem  Vater  sein  Glück,  der  war
froh,  und  wollte  gleich  das  Wunder  probiren,
allein  alles  Sprechen,  „Tischgen  deck  dich"  war
umsonst,  es  blieb  leer,  und  der  junge  Schneider
sah  nun,  daß  er  bestolen  war.
Da  bekam  der  zweite  Sohn  seinen  Pfannkuchen ­
  und  Heller,  sollt  in  die  Welt  gehn  und
es  besser  machen.  Er  kam  auch  zu  dem  Herrn
	        
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