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ten rasirten Kopf, da springt sie auf, schreit
meh! meh! lauft fort, und niemand weiß bis
auf den Tag, wo sie hingelaufen ist.
Ein Schneider hatte drei Söhne, die wollt'
er nach einander in die Welt schicken, da sollten
sie was rechtschaffenes lernen, und damit sie
nicht leer ausgingen,, bekam jeder einen Pfannkuchen^
und einen Heller mit auf den Weg.
Der ältste zog aus und kam zu einem kleinen
Mann, der wohnte in einer Nußschale, war .
aber gewaltig reich. Er sprach zu dem Schneider:
„wenn du meine Heerde an dem Berg
weiden und hüten willst, sollst du ein gut Geschenk
von mir haben; doch mußt du dich in
Acht nehmen, vor einem Haus am Fuße des
Bergs, da gehts lustig zu, man hört immer Musik
und Tanzgeschrei, trittst du einmal hinein,
so ists mit uns vorbei/ »Der Schneider willigte
ein, trieb die Heerde auf den Berg, hütete
sie fleißig, blieb auch immer weit von dem Haus.
Einmal aber, auf einen Sonntag,hört' er, wie
gar lustig es darin war, dacht, einmal ist keinmal,
ging hinein, tanzte, und,)v.ar. vergnügt.
Als er aber wieder heraus kam, ivar' es Nacht
und die ganze Heerde fort, da ging er mit
schwerem Herzen zu seinem Herrn und gestand
ihm was er gxthan. Der Herr in der Nußschale
war gewaltig bös, doch weil er so lang
seinen Dienst ordentlich versehen und weil er
auch seinen Fehler offenherzig gestanden, schenkte
er ihm ein Tischge» deck dich. Der Schneider
war damit von Herzen zufrieden und machte
sich auf den Heimweg zu seinem Vater. Unterwegs
kam er in ein Wirthshaus, da ließ er
sich von dem Wirth eine besondere Stube geben,
sagte, er brauche kein Essen und schloß sich
ein. Der Wirth dachte, was mag der wunderliche
Gast vorhaben, schlich sich hinauf, und
guckte durch das Schlüsselloch, da sah er wie
der Fremde einen kleinen Tisch, vor sich sehte,
„Tischgen deck dich!" sprach und alsbald das
beste Essen und Trinken vor sich stehen hatte.
Der Wirth meinte, das Tischen wär noch besser
für ihn selber, und in der Nacht, als der
Fremde fest schlief, holt' er es heraus, und stellte
ein anderes dahin, das ebenso aussah. Am
Morgen zog der Schneider fort und merkte
nichts von dem Betrug. Als er heim kam erzählte
er seinem Vater sein Glück, der war
froh, und wollte gleich das Wunder probiren,
allein alles Sprechen, „Tischgen deck dich" war
umsonst, es blieb leer, und der junge Schneider
sah nun, daß er bestolen war.
Da bekam der zweite Sohn seinen Pfannkuchen
und Heller, sollt in die Welt gehn und
es besser machen. Er kam auch zu dem Herrn