Volltext: Kinder- und Haus-Märchen (Band 1)

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muß  er  ihm  folgen,  aber  nun  will  ihn  weder  der  Himmel  noch
die  Hölle  einlassen,  bis  er  durch  einen  guten  Einfall  in  jenen  sich
Eingang  verschafft.  Gewißermaßen  macht  der  Schneider,  welcher,
als  er  aus  Gnaden  in  den  Himmel  aufgenommen  worden,  dort
Richter  über  die  Sünden  seyn  will,  und  wieder  ausgestoßen  wird,
das  Gegenstück  zu  ihm.  In  der  Legende  ist  der  heil.  Christoph,
der  sich  einen  Herrn  sucht,  dem  Teufel  dient,  und  mit  Verachtung
ihn  verläßt,  weil  er  vor  dem  Christkind  erschrickt,  nach  diesen  Sagen ­
  gebildet.
Endlich  der  Aufschneider;  in  ihm  gibt  sich  die  reine  und
weil  sie  unverholen  ist,  schuldlose  Lust  an  der  Lüge  kund.  Die
menschliche  Einbildungskraft  hat  das  natürliche  Verlangen,  einmal
die  Arme,  so  weit  sie  kann,  auszustrecken,  und  ungestört  das  große
Messer,  das  alle  Schranken  zerschneidet,  zu  handhaben  In  diesem
Sinne  ist  das  Märchen  von  dem  aus  dem  Himmel  geholten  Dreschflegel ­
  gedacht;  nur  ein  Schritt  weiter,  ist  dann  das  Zusammenstellen ­
  des  völligen  Widerspruchs  und  Vereinigung  des  Entgegengesetzten, ­
  wie  im  Märchen  vom  Schlaraffenland.  Doch  mögen
auch  in  jenen  wunderbaren  Künsten  der  sechs  Diener  alte  Riesensagen ­
  fortdauern,  die  nur,  nachdem  aller  Glaube  daran  sich  verloren ­
  hatte,  in  einer  solchen  humoristischen  Weise  noch  dargestellt
werden  konnten.  Wenigstens  wird  das  Riesenwesen,  ihre  Sprünge,
ihr  Schießen  und  Kugelwerfen,  die  sprengende  Kraft  ihrer  Augen,
ihr  ungeheures  Essen  und  Verschlingen,  in  den  alten  Sagen  und
Liedern  ganz  ähnlich,  und  in  allem  Ernst  beschrieben.

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