Volltext: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

du?"  —  Der  Affe  aber  antwortete  nicht  und  schwieg  still.  „Er!
sagte  der  Bär,  willst  du  mir  keine  Antwort  geben?  das  ist  ein
schlechter  Kerl,  der  nicht  antwortet!  "  Wie  der  Affe  das  hört,
thut  er  das  Maul  auf,  laßt  den  Stein  ins  Wasser  fallen  und
sagt:  ich  konnt'  ja  nicht  antworten,  ich  hatte  den  Stein  im  Mund,
jetzt  ist  er  fort,  daran  bist  du  allein  Schuld."  „Sey  nur  ruhig,
sagte  der  Bär,  wir  wollen  schon  etwas  erdenken."  Da  berathschlagten ­
  sie  sich  und  riefen  die  Laubfrösche,  Unken  und  alles  Ungeziefer, ­
  das  im  Wasser  lebt,  zusammen  und  sagten:  „es  kommt
ein  gewaltiger  Feind,  macht,  daß  ihr  viele  Steine  zusammenschafft, ­
  so  wollen  wir  euch  eine  Mauer  bauen  und  euch  schützen."
Da  erschraken  die  Thiere  und  brachten  Steine  von  allen  Seiten
herbeigeschleppt,  endlich  kam  auch  ein  alter,  dicker  Quackfrosch
recht  aus  dem  Grund  herauf  gerudert  und  hatte  das  rothe  Band
mit  dem  Wunderstein  im  Mund.  Wie  der  Bar  das  sah,  war  er
vergnügt:  „da  haben  wir,  was  wir  wollen,"  nahm  dem  Frosch
seine  Last  ab,  sagte  den  Thieren,  es  sey  schon  gut  und  wachte
einen  kurzen  Abschied.  Darauf  fuhren  die  drei  hinab  zu  dem
Mann  im  Kasten,  sprengten  den  Deckel  mit  Hülfe  des  Steins
und  kamen  noch  zu  rechter  Zeit,  denn  er  hatte  das  Brot  schon
aufgezehrt  und  das  Wasser  getrunken  und  war  schon  halb  verschmachtet. ­
  Wie  er  aber  den  Stein  in  die  Hände  bekam,  da
wünscht'  er  sich  wieder  frisch  und  gesund  und  in  sein  schönes  Schloß
mit  dem  Garten  und  Marstall  und  lebte  vergnügt  und  die  drei
Thiere  blieben  bei  ihm  und  hatten's  gut  ihr  lebelang.
	        
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