Volltext: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

Leid  ihr  Häuptlein  so  lang  dawider,  als  sie  nur  noch  Kräfte
hatte,  bis  sie  endlich  todt  da  lag.  Hätte  daS  Mädchen  die  Krone
liegen  lassen,  die  Unke  hätte  wohl  noch  wehr  von  ihren  Schätzen
aus  der  Höhle  herbeigetragen.
III.
(Die  Unke  ruft:)  huhu!  huhu!  (Kind  spricht:)  komm  herutl
(Die  Unke  kommt  hervor,  da  fragt  das  Kind  nach  seinem  Schwesterchen:) ­
  „hast  du  Rothstrümpfchen  nicht  gesehen?"  (Unke:)
„Ne,  ik  og  nit:  wie  du  denn?  huhu!  huhu!  huhu!"
106.
Der  arme  Müllerbursch  und  daö  Kähchen.
In  einer  Mühle  dienten  einmal  drei  Müllerburschen,  worin
nur  ein  alter  Müller  lebte  ohne  Frau  und  Kind.  Wie  sie  nun
etliche  Jahre  bei  ihm  gedient  hatten,  sagte  er  zu  ihnen:  „zieht
einmal  fort,  und  wer  mir  das  beste  Pferd  nach  Haus  bringt,
dem  will  ich  die  Mühle  geben.  "  Der  dritte  von  den  Burschen
war  aber  der  Kleinknecht,  der  ward  von  den  andern  für  albern
gehalten,  dem  gönnten  sie  die  Mühle  nicht;  und  er  wollte  sie
hernach  nicht  einmal!  Da  gingen  alle  drei  mit  einander  hinaus,
und  wie  sie  vor  das  Dorf  kamen,  sagten  die  zwei  zu  dem  albernen ­
  Hans:  „du  kannst  nur  hier  bleiben,  du  kriegst  doch  dem
Lebtag  keinen  Gaul."  Der  Hans  aber  ging  doch  mit  und  als
es  Nacht  war,  kamen  sie  an  eine  Höhle,  da  hinein  legten  sie  sich
	        
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