Volltext: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

schlafen.  Die  zwei  klugen  warteten,  bis  Hans  eingeschlafen  war,
dann  stiegen  sie  auf,  machten  sich  fort,  ließen  daS  Hänschen  liegen ­
  und  meinten's  recht  fein  gemacht  zu  haben;  ja!  es  wird  euch
-och  nicht  gut  gehen!  Wie  nun  die  Sonne  kam  und  Hans  aufwachte, ­
  lag  er  in  einer  tiefen  Höhle,  er  guckte  sich  überall  um
und  rief:  „ach  Gott!  wo  bin  ich!"  Da  erhob  er  sich  und  kraffelte
  die  Höhle  hinauf,  ging  Ln  den  Wald  und  dachte:  „wie  soll
ich  nun  zu  einem  Pferd  kommen!  "  Indem  er  so  in  Gedanken
dahin  ging,  begegnete  ihm  ein  kleines  buntes  Kätzchen,  sprach;
„Hans,  wo  willst  du  hin?"  —  „Ach!  du  kannst  mir  doch  nicht
helfen."  —  „Was  dein  Begehren  ist,  weiß  ich  wohl,  sprach  das
Kätzchen,  du  willst  einen  hübschen  Gaul  haben,  komm  mit  mir
und  sey  sieben  Jahre  lang  mein  treuer  Knecht,  so  will  ich  dir
einen  geben,  schöner,  als  du  dein  Lebtag  einen  gesehen  hast."
Da  nahm  sie  ihn  mit  in  ihr  verwünschtes  Schlößchen,  er  mußt'
ihr  dienen  und  alle  Tage  Holz  klein  machen,  dazu  kriegte  er  eine
Axt  von  Silber  und  die  Keile  und  Säge  von  Silber  und  der
Schläger  war  von  Kupfer.  Nun  da  machte  er's  klein,  blieb  bei
ihm,  hatte  sein  gutes  Essen  und  Trinken,  sah  aber  niemand  als
das  bunte  Kätzchen.  Einmal  sagte  es  zu  ihm:  „  geh  hin  und
mäh  meine  Wiese  und  mach  das  Gras  trocken"  und  gab  ihm  von
Silber  eine  Sense  und  von  Gold  einen  Wetzstein,  hieß  ihm  aber
auch  alles  wieder  richtig  abliefern.  Da  ging  der  Hans  hin  und
that  was  es  geheißen  hatte,  und  als  er  fertig  war  und  die  Sense,
den  Wetzstein  und  das  Heu  nach  Haus  brachte,  fragte  er,  ob  es
ihm  noch  nicht  seinen  Lohn  geben  wollte,  „Nein,  sagte  die  Katze,
	        
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