1. Froschkönig oder der eiserne Heinrich.
Aus Hessen, wo es noch eine andere Erzählung gibt. Ein König
hatte drei Töchter, und in seinem Hofe stand ein Brunnen mit
schönem klaren Wasser. An einem heißen Sommertag ging die
älteste hinab und schöpfte ein Glas voll heraus, wie sie es aber
gegen die Sonne hielt, sah sie, daß es trüb war. Das däuchte
ihr seltsam und sie wollte es wieder in den Brunnen schütten,
da regte sich ein Frosch darin, streckte den Kopf hervor und
sprang endlich auf den Brunnenrand, da sprach er aber zu ihr:
"wann du willst mein Schätzchen seyn,
will ich dir geben hell, hell Wässerlein!"
"Ei wer will der Schatz von einem garstigen Frosch seyn!"
rief die Königstochter und sprang fort. Droben erzählte sie ih-
ren Schwestern von dem wunderlichen Frosch, der im Brun-
nen sitze und das Wasser trübe. Da ward die zweite neugie-
rig, ging hinunter und schöpfte sich ein Glas, das war auch so
trüb, daß sie es nicht trinken wollte. Da saß der Frosch wie-
der auf dem Rand und sprach:
"wann du willst mein Schätzchen seyn,
will ich dir geben hell, hell Wässerlein".
"Das wär mir gelegen" rief die Königstochter und sprang fort.
Endlich kam auch die dritte, Wasser zu schöpfen, aber es
ging ihr damit nicht besser und der Frosch rief sie an:
"wann du willst mein Schätzchen seyn,
will ich dir geben hell, hell Wässerlein,
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