Volltext: Kinder- und Haus-Märchen ([1])

ln der Nußschale, diente ihm lange Zeit treu 
lich, zuleht aber ließ er sich auch verleiten, ging 
in das Haus, machte sich lustig, tanzte und 
verlor die Heerde. Da mußte er seinen Ab 
schied nehmen, der Herr aber schenkte ihm ei 
nen Esel, wenn er zu dem sprach: „rüttel und 
schüttet dich, wirf Gold hinter dich und vor 
dich" da regnete es Gold von allen Seiten. 
Der Schneider ging vergnügt nach Haus, im 
Wirthshaus aber vertauschte ihm der Wirth 
den Esel mit einem gemeinen und wie er nach 
Haus kam und seinen Vater reicher macken 
wollte, wars vorbei und er um sein Glück 
gebracht. 
Endlich ward der dritte Sohn mit der Aus 
stattung in die Welt geschickt und der verspräche 
besser zu machen. Er diente dem Herrn in der 
Nußschale getreulich, und damit er nicht in das 
gefährliche Haus gerathe, verstopfte er sich die 
Ohren mit Baumwolle und als das Zahr her 
um war, überlieferte er ihm die ganze Heerde, 
und kein Stück fehlte. Da sagte der Herr: 
„ich muß dich besonders belohnen, da hast du 
einen Ranzen darin steckt ein Knüppel, und so 
bald du sprichst: Knüppel aus dem Ranzen, so 
springt er heraus und weht die Leute durch und 
durch." Der Schneider machte sich damit auf 
den Heimweg und kehrte bei dem Wirth ein, 
der seinen beiden Brüdern ihre Geschenke abge 
nommen. Er warf seinen Ranzen auf den Tisch 
und erzählte von seinen Brüdern.- „der eine 
hat ein Tischgen deck dich, der andere einen 
Goldesel mitgebracht, das ist alles recht gut, 
aber nichts gegen das, was ich da im Ranzen 
habe, das kann die ganze Welt nicht bezahlen. 
Der Wirth ward neugierig und hoffte den 
Schah auch noch zu kriegen. Als es Nacht 
ward, legte sich der Schneider auf die Streu 
und seinen Ranzen legte er unter den Kopf. 
Der Wirth blieb auf und wartete, bis er dacht 
der Schneider schlafe fest, da ging er herzu, 
holte einen andern Ranzen, und wollte dem 
Schneider seinen unter dem Kopf wegziehen. 
Der war aber wach geblieben, und als er die 
Hand des Wirths merkte, rief er: „Knüppel 
aus dem Ranzen!" Da sprang der Knüppel 
heraus, auf den Wirth und prügelte ihn so 
wichtig, daß er auf die Knie fiel und sehr um 
Gnade schrie. Der Schneider ließ aber den 
Knüppel nicht eher ruhen, bis der Dieb das 
Tischgen deck dich und den Goldesel heraus 
gab. Dann zog er mit den drei Wunderstük- 
ken heim und sie lebten von nun an in Reich 
thum und Glückseeligkeit, und der Vater sag 
te." meinen Pfannkuchen und meinen Heller 
hab ich nicht umsonst ausgegeben!"
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.