ln der Nußschale, diente ihm lange Zeit treu
lich, zuleht aber ließ er sich auch verleiten, ging
in das Haus, machte sich lustig, tanzte und
verlor die Heerde. Da mußte er seinen Ab
schied nehmen, der Herr aber schenkte ihm ei
nen Esel, wenn er zu dem sprach: „rüttel und
schüttet dich, wirf Gold hinter dich und vor
dich" da regnete es Gold von allen Seiten.
Der Schneider ging vergnügt nach Haus, im
Wirthshaus aber vertauschte ihm der Wirth
den Esel mit einem gemeinen und wie er nach
Haus kam und seinen Vater reicher macken
wollte, wars vorbei und er um sein Glück
gebracht.
Endlich ward der dritte Sohn mit der Aus
stattung in die Welt geschickt und der verspräche
besser zu machen. Er diente dem Herrn in der
Nußschale getreulich, und damit er nicht in das
gefährliche Haus gerathe, verstopfte er sich die
Ohren mit Baumwolle und als das Zahr her
um war, überlieferte er ihm die ganze Heerde,
und kein Stück fehlte. Da sagte der Herr:
„ich muß dich besonders belohnen, da hast du
einen Ranzen darin steckt ein Knüppel, und so
bald du sprichst: Knüppel aus dem Ranzen, so
springt er heraus und weht die Leute durch und
durch." Der Schneider machte sich damit auf
den Heimweg und kehrte bei dem Wirth ein,
der seinen beiden Brüdern ihre Geschenke abge
nommen. Er warf seinen Ranzen auf den Tisch
und erzählte von seinen Brüdern.- „der eine
hat ein Tischgen deck dich, der andere einen
Goldesel mitgebracht, das ist alles recht gut,
aber nichts gegen das, was ich da im Ranzen
habe, das kann die ganze Welt nicht bezahlen.
Der Wirth ward neugierig und hoffte den
Schah auch noch zu kriegen. Als es Nacht
ward, legte sich der Schneider auf die Streu
und seinen Ranzen legte er unter den Kopf.
Der Wirth blieb auf und wartete, bis er dacht
der Schneider schlafe fest, da ging er herzu,
holte einen andern Ranzen, und wollte dem
Schneider seinen unter dem Kopf wegziehen.
Der war aber wach geblieben, und als er die
Hand des Wirths merkte, rief er: „Knüppel
aus dem Ranzen!" Da sprang der Knüppel
heraus, auf den Wirth und prügelte ihn so
wichtig, daß er auf die Knie fiel und sehr um
Gnade schrie. Der Schneider ließ aber den
Knüppel nicht eher ruhen, bis der Dieb das
Tischgen deck dich und den Goldesel heraus
gab. Dann zog er mit den drei Wunderstük-
ken heim und sie lebten von nun an in Reich
thum und Glückseeligkeit, und der Vater sag
te." meinen Pfannkuchen und meinen Heller
hab ich nicht umsonst ausgegeben!"