Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

304 LAUTVERSCHIEBUNG 
nimmt, man vgl. das lett. naids odium neben eenaid (von ee- in-?) 
und vielleicht das gr. oveidog. 
22) Dies ebengenannte wort gemahnt an eine hauptsächlich griech. 
eigenheit, die aber auch in andern sprachen wahrgenommen wird, dem 
anlautenden consonant einen vocal vorzusetzen, gr. zumal o und e, aber 
auch a, selten i, Pott 2, 166—168 hat beispiele gesammelt und 
gezeigt, dasz dazu immer phonetischer oder noch tieferer anlasz war, 
434 wie überhaupt die spräche nichts umsonst thut. mit ovo/xa sahen 
wir (s. 153) imja emnes ainm enw stimmen, dem ocpQvg, skr. bliril 
ahd. präwa altn. brä begegnet ir. abhra und odovg wird gerechtfertigt, 
wenn dantas f. adantas, dens für edens steht, zählte man mit aus- 
schlusz der daumen acht finger an den händen (s. 244), so könnte 
neues anheben mit tv via ausgedrückt sein; den übrigen sprachen war 
die praeposition entbehrlich, uxovrj scheint nach dxig acies acuo 
vollständiger als cos und hein, wie aszwa vollständiger als kon’, wenn 
sich die s. 400 geäuszerte ansicht bestätigt. 
23) Graff ist mit den consonanten übel verfahren, statt in einem 
ahd. Wörterbuch ahd. richtschnur streng zu handhaben hat er die 
reihen der drei organe verwirrt, und zwar tac unter T gestellt, aber 
pintan dem B, käst dem G zugetheilt. käst verhält sich nicht anders 
zu goth. gasts, pintan zu golh. bindan als tac zu dags, und weder 
die mhd. noch nhd. weise konnten einen grund abgeben um die ahd. 
zu entstellen, sollte nach goth. brauch B und G wallen, so hätte 
auch D bleiben müssen, weil 0. dag schreibt wie bintan und gast. 
Jetzt hat man die fremden pina und kirsa nicht in gesellschaft von 
pintan und käst aufzuschlagen, das fremde tempal aber neben tac. 
mitten unter den fremden P, die gewöhnlich PH sein sollten, sind 
aber auch die besten deutschen Wörter wie pigo acervus, piunt clau- 
sura, pröz gemma gelassen, die unbedenklichen gothischem B zufallen, 
das salische chunna ist 4, 443 unter K gebracht, da es doch dem 
lat. centum und goth. liunda entsprechend so gut unter II gehört, 
wie 4, 1066 hiwo — goth. heiva = lat. civis nach der fünften 
gleichung.
        

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