Volltext: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
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BURGUNDEN 489 
12. 13) und da erliegen sie um das j. 530 der fränkischen Ober 
gewalt; die Franken theilten das land, lieszen jedoch den Burgunden 
ihre gesetze und bräuche. 
Die lex Burgundionum wurde von könig Gundobald, etwa 513. 
514 gesammelt, empfieng aber zusätze unter seinen söhnen Sigismund 
und Godomar 517 — 534. nach Gundobald nennt sie das mittelalter 
lex gundobada, gumbada, loi goinbette und allen Burgunden wird der 
name Gundebadingi (Ducange s. v.) Guntbadingi (Pertz 3, 74) gegeben, 
tit. 3 berührt Gundobald seine Vorfahren: Gibicam, Godomarem, Gisla- 
harium, Gundaharium, patrem quoque nostrum et patruos, Gibica 
scheint groszvaler, unter den drei folgenden einer vater, zwei vaters- 
brilder, denn man darf doch nicht Gibica znm vater, die drei andern 
zu oheimen erklären, der Wortfolge nach würde Godomar vater sein, 
im epos aber, das freilich von keinem Gundobald weisz, ist Gundahari 
der älteste, die königsreihe fortsetzende sohn. starb Gundobald um 
515, so könnte Gundahari gegen 480, Gibica gegen 450 fallen, wo 
sie bereits aus Worms fortgezogen scheinen, im lat. Waltharius sitzen 
vater und sohn, Gibicho und Guntharius beide zu Worms als Franken 
könige; in den Nib. Gunlhere, Gernöt und Giselher, drei brüder zen 
Burgonden, ze Wormze, der vater heiszt Dankrät statt Gibeche, wel 
cher name doch noch andern dichtem bekannt bleibt. Vidsid meldet 
wieder von Gilica und Gudhere: ßurgendum veold Gifica 319, 22 und 
ic väs mid Burgendum, pser ic beäg gejväh, 
me J)aer Gudliere forgeuf glädlicne mäddum. 322, 18. 
Auch in der edda steht Giuki oben an, seine drei söhne heiszen 705 
Gunnar Ilögni Guttormr, doch soll der letzte ihr Stiefbruder sein (Ssem. 
l'7 a ), wie in den mhd. liedern Hagene den königssöhnen verwandter, 
kein bruder ist. da Gunthere und Giselher zur alten Genealogie stim 
men, scheinen auch Görnöt und Guttormr aus Godomär verderbt; 
gleichwol liegt in Gör gais, das sich mit gisil berührt (mythol. s. 344.) 
das wichtigste ist uns, dasz die Burgunden des lieds zugleich Nibelunge, 
die Giuküngar zugleich Niflungar heiszen und schon im namen fränki 
sche an burgundische heldensage knüpfen. Gunnar aber wird in der 
edda Saem. 247 b einmal Geirniflüngr genannt, was wieder zu Gernöt 
stimmt. 
War aber Gundobald sohn des Gundahari (oder hier gleichviel 
des Godomar), so kann sein vater nicht Gundioch geheiszcn haben, 
wie mein bruder (heldens. s. 13) annimmt, dieser Gundioch vielmehr 
und nur im Bernerland und Stücken von Freiburg, Luzern und Argau nimmt man 
burgundische bewohner an, die der deutschen spräche treu blieben. Die mittlere 
und obere Ar scheidet beide stamme, Murten, Solothurn, Bern fallen zu Burgund; 
der Argau bis zur Reusz ist alamannisch, so wie ganz Zürich, S. Gallen, Appen 
zell, Glarus, Zug, Schwiz, Uri, Unterwalden und das meiste von Luzern: rechts 
der Roth (Rotaha) war alamannisch, links burgundisch (Kopp 2, 506. 507.) 
Zwischen Burgund und Rhätien soll nach einer urk. von 1155 schon könig 
Dagobert im 7. jh. grenze gesetzt haben (Böhmer n° 2354. rechtsalt. s. 542. 951. 
mythol. 671.) Die alamannische Schweiz ist reich an weistlnimern (öfnungen), 
die burgundische arm. 
"***’
	        

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