Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
REDUPLICATION 
altn. taka tök lautet ab, gotli. tekan laitök aber redupliciert; dies wort 
enthält auch eine berühmte ausnahme von der laulverschiebung, die 
ich s. 421 nicht hätte unbeigebracht lassen sollen: kein zweifei, dasz 
lat. teligi und gr. Tttaywv hinzu gehören und auch in der redupli- 
cation eintreffen, selbst den vocal des imperativischen zi] darf man 
zum Ö in tök und taitök hallen, die altn. ablaulende form nehme ich 
für älter, die golh. reduplicierende für jünger und erst aus der ablau 
tenden gebildet, fast wie tetigi und laitök verhalten sich sciscidi und 
skaiskaid, die form mit langem vocal musz auch hier jünger sein als 
die mit kurzem; scindo scidi geht wie findo fidi, und ihr N gleicht 
dem in tango und contingi, welches im praet. contigi die reduplica- 
tion fahren läszt. 
Jene keltische eigenheit/ die reduplication für transitiva zu gebrau 
chen, wie unsere spräche den ahlaut, verbürgt uns den frühen und 
naturgemäszen Ursprung der gothischen reduplication; um so viel älter 
sein musz die den ablaut begleitende. 
Ob der ablaut selbst etwas der flexion unwesentliches sei? ob 
tatapa und babandha auf gleicher linie stehe mit bibheda und ruröda? 
ist eine frage, die so weit hinter die äuszerste grenze deutscher spräche 
zurückweicht, dasz ich billig nicht darauf einzugehn habe. 
tük. M, äkt -4^ -4k Jfc.
	        

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