Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

©  Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  79

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Schön  Sidselill  zieht  über  den  Mantel  so  blau,
Sie  lüstets  zu  gehn  und  schön  Medel  zu  schaun.
Schön  Sidselill  ihr  Muth  that  sorgenvoll  seyn:
„Steh  auf,  schön  Medclvoid,  und  laß  mich  ein."
Das  hab  ich  niemand  zugesagt,
Und  niemand  kommt  herein  in  der  Nacht.
„Steh  auf,  schön  Medelvold,  und  laß  mich  ein:
Zch  hab  geredet  mit  der  Mutter  mein."
„Dich  will  sie  oben  an  den  Galgen  hängen.
Mich  will  sie  unten  auf  dem  Holzstoß  verbrennen."
Nicht  aber  will  ich  hängen  für  dich.
Und  auch  nicht  sollst  du  brennen  für  mich.
Du  sammle  nun  eilig  dein  Gold  in  den  Schrein,
Dieweil  ich  sattle  das  graue  Rößlein  mein.
Er  schlägt  über  sie  den  Mantel  so  blau.
Er  hebt  sie  auf  das  Rößlein  grau.
Und  als  sie  kommen  vor  den  Ort  heraus,
Ihr  Auge  so  hoch  in  die  Wolken  schaut.
Däucht  dir  der  Weg  so  lang  zu  seyn?
Wie,  oder  ist  dir  der  Sattel  zw  klein?
„Ach  nein,  nicht  baucht  mir  der  Weg  zu  lang:
Mein  Sattel  der  wird  mir  zu  schmal."
Er  breitet  aus  den  Mantel  so  blau:
Willst  du,  schön  Sidselill,  ruhen  darauf?
„Christ  geb!  ich  hätt'  eine  meiner  Jungfrauen  hier:
Eh  ich  sterbe,  könnt'  sie  helfen  mir."
Deine  Jungfraun,  die  sind  weit  von  dir,
Du  hast  nun  niemand  außer  mir.
	        
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