essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 G
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„ Viel lieber lieg ich zur Erde todt,
Ais ein Mann sollt sehen Frauen-Noth."
Nimm ein Tuch, und üinds um die Augen mein,
Do will ich an Weihesstatt bei dir seyn.
Christ geb! ich hatt einen Trunk Waßer frisch:
Mein sorgvolles Herz löscht er gewiß.
Schön Medelvold war ihr hold und gut:
Er holt' ihr Waßer in silbcrgespangetem Schuch.
Schön Medelvold durch den kleinen Wald hindrang,
Er ging zum Brunnen den Weg so lang.
Und als er kam zu dem Brunnen herab:
Zwei Nachtigallen saßen und sangen da:
, Schön Sidselill liegt im Walde todt.
Und zwei kleine Söhn in ihrem Schoos."
Er achtete nicht, was die Nachtigallen sangen.
Er ging zum Wald seinen Weg so lang.
Und als er in den kleinen Wald that gelangen.
Da war das wahr, was die Nachtigallen sangen.
Er grub beides tief und breit ein Grab:
Darein legt' er alle drei hinab.
Und als er über dem Grabe stund,
Däuchts ihn, die Kindlein weinten unter seinem Fuß.
Er setzte sein Schwert gegen einen Stein,
Und stieß es in sein Herz hinein.
Schön Sidselill war ihm treu und werth:
Die Liebe wollen wir nun bewahren!
Nun liegt er bei ihr in schwarzer Erd.
Allerliebste mein, ich kann dich gar nimmer vergcßen!