Volltext: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

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©  Hessisches  Staatsarchiv  Marburg,  Best.  340  Grimm  Nr.  L  79

All  da  saßen  die  stolzen  Jungstauen,  und  nahten  was  sie  nur  konnten,
Nur  nicht  Hafbur,  der  Königssohn,  der  spielt^  mit  der  Nadel  -
in  dem  Munde.
Sie  nähten  den  Hirsch  und  sie  nähten  die  Hinde,  recht  wie  sie
laufen  im  Wald:
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Hafbur  kriegte  nimmer  eine  Schaale  so  groß,  die'  er  nicht  aus,
alsbald.
Trat  herein  die  arge  Dienerin,  zu  einer  so  bößen  Stunde:,
„Nimmer  sah  ich  eine  schöne  Jungfrau,  die  wen'ger  das-  Ge^
webschinrgon  konnte."
„Nimmer  sah  ich  eine  schöne  Jungfrau,  die  «enger  konnt,
rnen--das-Linnen  sein-:
Nimmer  sah  ich  eine  stolze  Jungfrau,  die  beßer  konnte  trinken
den  Wein."
Und  das  sprach  die  böse  Dienerin,  sie  sprach  die  Worte  so  schlimm:
„Nimmer  sah  ich  eine  edle  Jungstau,  die  trank  des  Weins  so  viel."
Sie  näht  nimmer  so  klein  einen  Saum,  sie  har  ja  die  Nadel
im  Munde:
Und  sie  kriegt  nimmer  eine  Schaale  so  groß,  die  sie  nicht  aus.
trinkt  bis  zum  Grunde."
„Nimmer  sah  ich  zwei  so  kühne  Augen  an  einer  stolzen  Jungstaue  ,
Darzu  &  hat  sie  auch  zwei  Hände,  die  sind  wie  C'isen  anzuschauen?
Hör  du,  kleine  Dienerin,  wer  du  bist,  warum  spottest  du  mich
so  schlecht?
Nicht  geb  ich  dir  ein  einzig  bös  Wort,  wie  du  nähest,  falsch
oder  recht.
Du  laß  deinen  Spott,  du  laß  deinen  Schimpf,  du  kümmre  dich
nicht  so  um  mich;
Wie  ich  wende  die  Augen  hinaus  oder  herein,  ich  achte  nimmer
auf  dich.
	        
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