© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79
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Mitte» in dem Burghof da achselk' er sein Kleid,
To ging er in den hohen Saal vor dem Dänischen König ein.
„Heil Euch! König Görel, über Eurer breiten Tafel ein Herr:
Der König, mein lieber Vater, hat Brief und Wort Euch gesendet
hierher.
Euer Vater mir geschrieben hat, meine Tochter sollt Euch lehren:
Alles aber, was sie kann, das lehrt sie Euch so gerne.
Der König sprach zur Jungfrau schön: dieweil alleine wir zwei.
Wollen wir von Euerm Vater reden, drum bitte ich Euch frei.
Da lachte der junge Graf Heinrich so lisriglich für sich allein:
„Mein Vater hat mir verboten, zu reden lange mit Euch."
Herzog Görel heißt mein Schwester Sohn, der soll den Weg
Euch weisen:
Wann Ihr kommt in das Feld hinaus, Euer Roß das werdet
Ihr preisen.
Das war der dänische König selbst, der leitete die Jungfrau
zum Pferd;
Da sie kam in das Feld hinaus, ein Ritter folgte hinter ihr her.
„Sag mir das. Herzog Görel, sag mir das ohne Sorg:
Ist hier »ine Jungstau im Walde versteckt, die heißt Jungfrau
Ellensborg?"
Hirt Ihr das, schöne Jungstaue, En h folget beides Tugend
und Ehre:
Drinnen ist Jungftau E'llenSborg, und andere Jungfrauen mehre.
Da sind die Königskinder, fünf Herzogs Töchter drinnen:
Das ist die Jungstau Rosensang, von der sie Lehre gewinnen.
Hirt Ihr das, meine schöne Jungstau, ich sags Euch auf die
Ehre mein:
Da sind drinnen di» schönsten Jungsraun, die ans Erden können seyn.